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Im Gegensatz zum Newtonschen Bild der Gravitation ergibt sich aus
der allgemeinen Relativitätstheorie direkt, dass auch Licht von der
Gravitation beeinflusst wird. Ebenso wie die Bewegung frei fallender Materie,
wird auch die Lichtausbreitung durch Geodäten bestimmt: Licht folgt
den geradesten in einer gekrümmten Raumzeit möglichen
Raumzeitbahnen.
Beispielsweise werden Lichtstrahlen, die an einem massiven Körper
vorbeiführen, zu dieser Masse hin verbogen, und zwar umso stärker,
je näher das Licht dem Körper kommt. Das zeigt die folgende
Abbildung; gelb eingezeichnet ein massiver Körper, in rot die Bahnen
von links kommenden Lichtes:
Der erste Nachweis der relativistischen Lichtablenkung gelang 1919
britischen Astronomen. Sie nutzen aus, dass sich der Ablenkungseffekt
bei astronomischen Beobachtungen zeigt: Wo auf der Himmelskugel
wir einen Stern beobachten, ist Ausdruck der Richtung, aus der uns
das Licht des Sterns erreicht. Für Licht eines Stern, das
nahe des Sonnenrands vorbeistreicht, kommt es zu dem oben abgebildeten
Ablenkungseffekt: die Lichtbahn verbiegt sich etwas, entsprechend
ändert sich die Richtung, aus der uns das Licht des betreffenden Sterns
erreicht, und damit erscheint auch seine Position an der Himmelskugel etwas
verschoben. Beobachten ließ sich diese veränderte Position
freilich nur während einer Sonnenfinsternis, da das Licht der Sonne
einen am Sonnenrand befindlichen Stern ansonsten deutlich überstrahlt.
Vergleicht man fotografische Aufnahmen eines solchen Sterns am Sonnenrand
mit Fotografien desselben Sterns und derselben Himmelsregion, die
aufgenommen wurden, als sich die Sonne an einem ganz anderen Ort der
Himmelskugel befand, so lässt sich der Effekt der Lichtablenkung
messen. Dass die so gewonnenen - freilich nicht ausnehmend genauen -
Beobachtungsdaten Einsteins Vorhersage entsprachen, war ein großer
Erfolg der allgemeinen Relativitätstheorie (und zugleich der
Beginn von Einsteins weltweiter Berühmtheit).
Eine wichtige Anwendung des Ablenkungseffekts sind so genannte
Gravitationslinsen,
bei denen die Lichtablenkung durch eine
Masse dazu führt, dass Astronomen am Himmel zwei oder mehr Bilder
ein und desselben astronomischen Objekts nachweisen können. In der
folgenden Abbildung handelt es sich nicht vier in Kreuzform rund um
ein Zentrum angeordnete
Objekte, sondern um vier Bilder ein und desselben Objekts:
[Bild: NASA/ESA/STScI]
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