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Die erste Überprüfung
der allgemeinen Relativitätstheorie durch astronomische
Beobachtungen betraf freilich eine Situation,
in der sich Newtonsche und Einsteinsche Vorhersagen nur sehr
wenig unterscheiden. Schauplatz ist unsere direkte kosmische
Nachbarschaft, Prüfstein
die Bahnbewegung des Merkur,
des innersten Planeten unseres
Sonnensystems.
Gemäß der vor-einsteinschen Physik
(in diesem Falle: gemäß der
Keplerschen
Bahngesetze, die sich
aus der Newtonschen Mechanik ableiten lassen) sollte sich ein einsamer
Planet bei seinem Umlauf um eine Sonne auf einer
Ellipsenbahn bewegen,
in deren einem
Brennpunkt
die Sonne steht:
Die Einsteinsche Theorie sagt für solch einen Planeten eine etwas
andere Bahn voraus: keine geschlossene Ellipse, sondern eine Art Rosette,
bei welcher sonnennächster und sonnenfernster Bahnpunkt (in der Sprache der Astronomen: Perihel und Aphel)
bei jedem Umlauf ein wenig weiterwandern, wie hier, bewusst übertrieben,
dargestellt:
In unserem Sonnensystem, in dem es nicht nur ein einsames Sonne-Planet-Paar,
sondern viele Planeten gibt, ist die Situation zwar komplizierter. Dort kann
das gegenseitige Ziehen der Planeten aneinander auch ohne Einstein für
eine rosettenartige Verschiebung sorgen. Und doch: beim Merkur beobachteten
die Astronomen einen zusätzlichen, auch unter
Berücksichtigung aller bekannten Planeten nicht erklärbaren
Beitrag zur Rosettenbewegung. Eine einfache Rechnung im
Rahmen der allgemeinen Relativitätstheorie ergab dagegen ohne weitere
Zusatzannahmen genau den beobachteten zusätzlichen Verschiebungseffekt.
Da die Astronomen die Rosettenverschiebung anhand des sonnennächsten Punkts definieren, des Perihels, heißt dieser Beitrag relativistische Periheldrehung.
Beim sonnennahen, schnellen Merkur ist die relativistische Korrektur am
größten; in jüngerer Zeit konnte sie auch für die
Venus, die Erde und den Mars nachgewiesen werden.
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