Raum und Zeit nicht als starrer Hintergrund, sondern mit dynamisch
veränderlicher Geometrie - das ist das Grundprinzip der allgemeinen
Relativitätstheorie. Eine der faszinierendsten Konsequenzen der
Raumzeit-Dynamik ist, dass sich kleine Störungen der
Raumzeitgeometrie - kleine Abweichungen von der Geometrie der absolut
leeren Raumzeit - als Wellen ausbreiten können.
Eine ähnliche Art der Ausbreitung kennen wir von
Schallwellen: ein kleiner Bereich von Luft ist etwas dichter
und hat daher einen höheren Druck als seine Umgebung, dehnt sich daher
etwas aus, was wiederum in der Nachbarschaft zu höherer Dichte,
Druck und leichter Ausdehnung führt, und auf diese Weise pflanzt sich der
Dichteüberschuss immer weiter fort. Im Einsteinschen Fall ist es
eine kleine Raumzeitverzerrung, die zu einer weiteren Raumzeitverzerrung in
der Nachbarschaft führt, so dass sich die Störung letztendlich
durch den ganzen Raum fortpflanzt und zwar, so ergibt sich aus der Theorie,
mit Lichtgeschwindigkeit. Diese sich fortpflanzenden Störungen sind die
Gravitationswellen.
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