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So beeindruckend die Art und Weise ist, in der die Urknallmodelle die Frühzeit des Universums zugänglich machen - an anderer Stelle zeigen sie uns, was wir noch nicht über unser Weltall wissen. Und das nicht nur, was die früheste Vergangenheit betrifft: Astronomische Beobachtungen und Urknallmodelle zeigen uns gemeinsam, dass die Materie aus Elektronen und Kernteilchen, die wir aus dem Alltag kennen, nur die Spitze des Eisbergs sind. Den überwiegend größten Anteil an der im Universum vorkommenden Masse haben Materie- und Energieformen, für die die Teilchenphysiker noch keine befriedigende Erklärung haben. Die Teilchen des Standardmodells der Elementarteilchenphysik, so scheint es, machen nur viereinhalb Prozent der im Universum enthaltenen Masse aus.
Weitere fünfundzwanzig Prozent entfallen auf eine Materieform, die dunkle Materie genannt wird. Solche Materie, die zwar zur Masse von Galaxien oder Galaxienhaufen beiträgt, aber nicht in Form leuchtender Sterne oder leuchtenden Gases vorliegt, können Astronomen auf verschiedene Art und Weise nachweisen. In dem folgenden Falschfarbenbild des Galaxienhaufens Cl0024+1654 geht das rötliche Licht auf herkömmliche, leuchtende Materie zurück; in weißblau ist zusätzlich die Dichte der dunklen Materie eingetragen, die Astronomen daraus erschließen konnten, wie diese Materie als Gravitationslinse
auf das Licht dahinterliegender ferner Galaxien wirkt:

[© ESA, NASA und Jean-Paul Kneib (Observatoire Midi-Pyrénées, France/Caltech, USA)]
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Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass es sich bei einem Großteil
der dunklen Materie um bislang noch nicht direkt nachgewiesene Elementarteilchen
handeln dürfte, von den Physikern WIMPs getauft: "Weakly Interacting
Massive Particles", zu deutsch: massive Teilchen, die nur sehr schwach
mit herkömmlicher Materie wechselwirken.
Die restlichen 70 Prozent der Masse entfallen auf die sogenannte
dunkle Energie, eine Art Energie, die mit negativem Druck einhergeht
und die dem leeren Raum innewohnt, ohne an irgendeine Art Materieteilchen
gebunden zu sein. Genau so, wie herkömmliche Masse bestrebt ist,
den Raum zusammenzuziehen, ist die dunkle Energie bemüht, den Raum
beschleunigt auszudehnen. Beobachtungen an fernen Himmelsobjekten zeigen,
dass unser Universum genau so eine beschleunigte Expansion durchmacht.
Es ist zur Zeit noch nicht geklärt, ob es sich bei der dunklen
Energie einfach um einen zusätzlichen, freien Parameter kosmologischer
Modelle handelt oder ob die dunkle Energie auf eine ungewöhnliche
Art Materiefeld zurückzuführen ist. Als Parameter, die
sogenannte kosmologischen
Konstante, hatte Einstein 1917 erstmals so etwas wie eine dunkle Energie
in seine Gleichungen eingeführt; einige Teilchentheorien jenseits des
Standardmodells der
Elementarteilchenphysik könnten dagegen exotische Felder enthalten,
die dieser dunklen Energie eine konkrete physikalische Bedeutung geben
würden.
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