Massivere Sterne, die in sich zwischen fünf- und vierzigmal
soviel Masse vereinigen wie unsere Sonne, nehmen ein dramatisches Ende.
Ist der Kernbrennstoff, aus dessen Verschmelzung sich ihr Leuchten speist,
verbraucht, kommt es zu einer gigantischen Explosion, einer so
genannten Supernova.
Dabei wird zum einen die Hülle des Sterns ins All geschleudert,
verbunden mit einem unvorstellbaren Aufleuchten.
Zum anderen stürzen die Kernregionen des Sterns immer weiter
zusammen. Binnen weniger Sekunden hat ihre Dichte soweit zugenommen, dass
herkömmliche Atome den Druck nicht mehr aushalten. Ihre
Elektronen und
Protonen vereinigen sich zu
elektrisch neutralen Neutronen,
und es entsteht ein unvorstellbar dichter Ball aus Kernmaterie, nicht viel
mehr als 20 Kilometer im Durchmesser, aber mit größerer Masse als
die Sonne: ein Neutronenstern. Ein Stecknadelkopf voll Neutronensternmaterie
hat mehr als doppelt soviel Masse wie das weltgrößte
Passagierschiff, die Queen Mary II.
Ebenso wie sich die Drehgeschwindigkeit eines Eiskunstläufers
pirouettengerecht steigert, wenn er Arme und Beine anzieht, kann die
Kontraktion des langsam rotierenden Sterninneren zur Entstehung eines
Neutronensterns führen, der sich pro Sekunde einige hundert Mal um
die eigene Achse dreht. Wichtig ist, dass ein Zusammenspiel von
Drehung, Magnetfeld und umgebenden Elementarteilchen im allgemeinen dazu
führt, dass ein Neutronenstern leuchtturmgleich zwei scharf
gebündelte Strahlen von Radiowellen aussendet. Ist der Stern so
orientiert, dass einer seiner Radiostrahlen die Erde überstreicht,
so tritt ein Leuchtturm-Effekt ein, wie in der folgenden Animation
zu sehen:
[© M. Kramer, University of Manchester.
Da die Abbildung 220 kB groß ist, kann es
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Radioastronomen erscheint der Neutronenstern als Pulsar, als
ein Objekt, das hochgradig regelmäßige Radiopulse aussendet.
Neutronensterne sind aufgrund ihrer Kompaktheit ideale kosmische
Laboratorien zur Übeprüfung der allgemeinen Relativitätstheorie.
Der indirekte Nachweis von Gravitationswellen anhand eines
Doppel-Neutronensterns wurde bereits im
Kapitel Gravitationswellen erwähnt.
Auch die Einzelheiten der relativistischen Beeinflussung von
Lichtsignalen lassen sich an geeigneten Neutronensternsystemen mit
hoher Genauigkeit studieren.
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