Quantentheorie und Relativitätstheorien sind allesamt Kinder
des beginnenden zwanzigsten Jahrhunderts, und es verwundert nicht, dass sich
die Physiker recht bald Gedanken zu machen begannen, ob es möglich sei,
diese Theorien miteinander zu verbinden und beispielsweise eine
Quantentheorie relativistischer Teilchen zu formulieren.
Was die spezielle Relativitätstheorie angeht, haben sich die
entsprechenden Versuche als äußerst erfolgreich erwiesen.
Die ursprüngliche Quantenmechanik basierte auf der Theorie von
Punktteilchen, die den Gesetzen der
klassischen,
vor-Einsteinschen Mechanik
folgten. Legte man ihr die Mechanik der speziellen Relativitätstheorie
zugrunde, so ergab sich eine relativistische Quantenmechanik mit
unglaublichen Vorhersagen: Für jede Sorte relativistischer
Teilchen, so sagte diese Theorie voraus, muss
eine Art Spiegelbildsorte existieren,
entsprechende Antiteilchen.
Diese Antiteilchen haben dieselbe Masse wie ihre Teilchen-Partner, aber
entgegengesetzte Ladungen. Beispielsweise fordert die relativistische
Quantenmechanik in einer Welt, in der elektrisch negativ geladene
Elektronen existieren, zwingend die Existenz von Anti-Elektronen, die
dieselbe Masse haben, aber elektrisch positiv geladen sind.
Dass solche Anti-Elektronen oder Positronen tatsächlich
nachgewiesen werden konnten, war ein großer Triumph der Theorie.
Bald zeigte sich allerdings, dass die relativistische Verallgemeinerung
der Quantenmechanik noch nicht ausreichte. Um die Wirkung von Kräften
beschreiben zu können, musste man die Modelle noch erweitern und
zu so genannten relativistischen Quantenfeldtheorien übergehen.
In diesen Theorien haben
nicht nur die Materieteilchen, sondern auch die zwischen ihnen wirkenden
Kräfte Quantencharakter. Kräfte werden von Teilchen übertragen:
Dass sich beispielsweise zwei Elektronen elektrisch abstoßen
erklärt sich auf Quantenebene durch den Austausch hin- und herflitzender
Photonen, deren Aussendung und
Absorption den Krafteinfluss von einem Elektron zum anderen
überträgt.
Die Quantenfeldtheorien bilden die Grundlage der modernen Teilchenphysik.
Die folgende Abbildung zeigt die Experimentalphysiker des ZEUS-Detektors
am Forschungszentrum DESY vor ihrem
Experiment, einem riesigen Detektor, mit dessen Hilfe Kollisionen von Teilchen in einem Teilchenbeschleuniger bis ins Detail beobachtet werden können:

[Bild: DESY]
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Das grundlegende
Standardmodell der
Elementarteilchenphysik, das die Geschehnisse der Welt auf eine Handvoll
elementarer Materieteilchen und drei zwischen ihnen wirkende Elementarkräfte
zurückführt, und dessen Vorhersagen die Physiker mit Experimenten wie diesem überprüfen, ist eine Variante
der relativistischen Quantenfeldtheorien. Es beruht auf der erfolgreichen
Verbindung der Quantentheorie mit Einsteins spezieller Relativitätstheorie.
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