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Aus Sicht der Einsteinschen Theorie ist eigentlich nicht
überraschend, dass die Versuche scheitern, die Schwerkraft so als
Quantenkraft zu beschreiben wie Elektromagnetismus und Kernkräfte.
Gravitation ist bei Einstein gerade keine Kraft wie andere Kräfte,
sondern eine Eigenschaft der Raumzeit selbst. Ein Versuch, eine eng an
der Geometrie orientierte Quantentheorie der Gravitation zu entwickeln,
ist die so genannte Schleifen-Quantengravitation.
Die Einzelheiten dieses Ansatzes sind recht unanschaulich - das liegt zum
Teil am mathematischen Formalismus, zeigt aber andererseits auch eine
Frage auf, die die Schleifen-Quantengravitation noch nicht vollständig
beantworten kann: Wie sich auf der Quantengrundlage letztendlich das
Universum ergibt, das wir um uns herum sehen und das der
klassischen
Allgemeinen Relativitätstheorie gehorcht, ist noch nicht
geklärt und Gegenstand aktueller Forschung.
Ein Aspekt der Schleifen-Modelle ist dagegen recht anschaulich: Die
Raumgeometrie der Allgemeinen Relativitätstheorie ist kontinuierlich.
In jedem Raumbereich lassen sich Teilbereiche beliebig kleinen
Volumens definieren, und jeder Raumbereich lässt sich beliebig oft
weiter unterteilen. In den Schleifen-Modellen erweist sich die
Grundstruktur der Raumzeit als diskret: Die Werte von Flächeninhalten und Volumina lassen sich nur in (freilich winzigen) Sprüngen verändern, und es gibt so etwas
wie minimale Flächen und Rauminhalte, unterhalb derer sich der
Raum nicht mehr weiter unterteilen lässt - ähnlich wie sich mit einem Lego-Baukasten kein Objekt bauen lässt, das kleiner ist als der kleinste verfügbare Legostein. Grundstruktur des Raums ist
ein so genanntes Spin-Netzwerk aus verbundenen Knotenpunkten, wie
in der folgenden Abbildung skizziert:
Das kleinste denkbare Volumen enthält gerade einen Knotenpunkt;
kommen weitere Knotenpunkte hinzu, so wächst der Rauminhalt für
jeden Knotenpunkt um einen charakteristischen Volumenwert.
Auch diskrete Zeitstrukturen ergeben sich aus der Schleifen-Quantengravitation.
In einem vereinfachten Modell im Schleifen-Formalismus für ein expandierendes Universum beispielsweise
ist die Urknall-Singularität verschwunden - stattdessen lässt sich
die Geschichte des Universums Zeitschritt für Zeitschritt in die
Vergangenheit verfolgen.
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