de Sitter-Präzession
Siehe Präzession, de Sitter-
Deutsches Elektronensynchrotron (DESY)
Forschungszentrum für
Elementarteilchenphysik,
gegründet 1959, angesiedelt in Hamburg. Betreibt u.a. den
Teilchenbeschleuniger HERA.
Webseiten des DESY
DESYs Kworkquark -
allgemeinverständliche Einführung in die Teilchenphysik.
Deuterium, Deuteron
Deuterium ist die Bezeichnung für "schweren Wasserstoff", also für Wasserstoff, bei dem die Atomkerne zusätzlich zu dem für Wasserstoff charakteristischen einzelnen Proton noch ein Neutron enthalten. Ein solcher Atomkern heisst Deuteron.
Im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie ist Deuterium vor allem von Interesse, da es bei der Entstehung der leichten Elemente im frühen Universum (primordiale Nukleosynthese) eine wichtige Rolle spielt.
Dichte
Im engeren Sinne synonym zu Massendichte: Die mittlere Massendichte der Materie in einer Raumregion ist die Masse der in der Region enthaltenen Materie, geteilt durch das Volumen der Region.
Allgemeiner kann Dichte auch andere physikalische Größen betreffen: Die
Energiedichte in einer Raumregion beispielsweise ist die Menge der in der Region enthaltenen Energie, geteilt durch das Volumen.
Diffusion
Gase oder Flüssigkeiten bestehen aus Molekülen, die sich ungeordnet durcheinanderbewegen. Sind Gas oder Flüssigkeit nicht auf einen Raumbereich eingeschränkt (etwa durch die Wände eines Behälters), dann führen diese Bewegungen dazu, dass die
Moleküle mit der Zeit immer weiter auseinanderlaufen. Dieses Auseinanderlaufen heißt Diffusion.
Dimension
Anzahl der unabhängigen Richtungen innerhalb einer Menge von
Punkten, alternativ: Anzahl der Koordinaten die angegeben
werden müssen, um einen Punkt der Menge eindeutig zu benennen.
Beispiele:
Eine Linie ist eindimensional. Auf ihr gibt es nur eine
Richtung (eine Gegenrichtung wird dabei nie extra mitgezählt): Vor-Zurück. Eine
einzige Zahlenangabe reicht, um einen Punkt auf der Linie zu definieren -
so weiss etwa die Polizei bei einer Kilometerangabe auf der Autobahn
sofort, wo ein Unfall stattgefunden hat.
Eine Fläche ist
zweidimensional. Auf ihr gibt es zwei unabhängige Richtungen, etwa
Vor-Zurück und Links-Rechts. Zwei Zahlenangaben - geografische Länge und
Breite - reichen aus, um einen Ort auf der zweidimensionalen
Erdoberfläche eindeutig zu definieren.
Der uns umgebende Raum
ist dreidimensional: Es gibt drei unabhängige Richtungen, etwa
Vor-Zurück, Links-Rechts und Auf-Ab. Um einen Ort im Raum zu definieren, sind
drei Angaben nötig - zusätzlich dazu, wo sich ein Haus auf der Erdoberfläche
befindet (zwei Angaben, siehe oben) etwa noch das Stockwerk, die Höhe über
dem Erdboden.
Nimmt man zum dreidimensionalen Raum noch die Zeit hinzu, dann ist das Resultat die
vierdimensionale Raumzeit.
Um ein Ereignis in der Raumzeit eindeutig zu definieren, sind vier
Angaben vonnöten: Drei davon definieren, wo es im Raum stattfindet, und
eine Angabe definiert den Zeitpunkt.
Einigen Ansätzen für eine Theorie der Quantengravitation zufolge
sollte unsere Welt sogar noch weitere Raumdimensionen besitzen - über die
drei uns aus dem Alltag bekannten hinaus. Einige Informationen über solche
Extradimensionen
bieten die Vertiefungsthemen
"Extradimensionen - und wie man sie versteckt",
"Extradimensionen auf der Spur",
"Eine Frage der Sichtweise" und "Die eingebettete Welt".
Dirac-Gleichung
Gleichung, die das Verhalten eines
relativistischen
Quantenteilchens
beschreibt, das den Spin 1/2 trägt,
beispielsweise ein Elektron. Aufgestellt im Jahre 1928
von Paul Dirac, der anhand seiner Gleichung auch erstmals
die Existenz von Antiteilchen
vorhersagte.
diskret, diskreter Raum
Synonym: Diskontinuum. In der klassischen Physik und in Einsteins Relativitätstheorien sind Raum und
Zeit Kontinua, das heißt: Jeder Raumbereich und jedes Zeitintervall lassen sich im Prinzip beliebig fein unterteilen; zwischen je zwei Raumpunkten (oder je zwei Zeitpunkten) liegen unendlich viele weitere Raumpunkte (Zeitpunkte). Räume ohne diese Eigenschaften heißen diskret: Wer eine (endlich große) Raumregion eines diskreten Raums immer weiter unterteilt, stößt nach endlich vielen Schritten auf eine nicht mehr weiter teilbare Elementarregion. In diesem Sinne besteht ein diskreter Raum aus elementaren Bausteinen endlicher Ausdehnung, ähnlich, wie jede aus Lego gebaute Figur aus endlich großen Bausteinen besteht. Zwischen zwei gegebenen Bausteinen liegt nur eine endlich große Zahl weiterer Bausteine. Diskrete Räume spielen vor allem bei der Suche nach der Quantengravitation eine wichtige Rolle - in vielen Ansätzen für eine Theorie der Quantengravitation haben Raum und Zeit auf mikroskopischen Größenskalen eine diskrete Struktur.
Doppelstern
Ein System aus zwei Sternen, die einander umkreisen. Aus relativistischer
Sicht besonders interessant sind Systeme, in denen ein Partner (oder gar
beide) ein Neutronenstern ist, sowie
Systeme, in denen ein Stern ein Schwarzes Loch umkreist, da bei solcher Umkreisung unter geeigneten Umständen starke
Gravitationswellen freiwerden sollten.
Dopplereffekt
Nach dem österreichischen Forscher Christian Doppler benannter
Effekt, der vor allem Wellen betrifft.
Wenn sich eine Quelle, die eine
Welle aussendet, relativ zum Beobachter bewegt, misst der Beobachter für
die Welle eine andere Frequenz als ein
Messgerät, das relativ zur Quelle ruht, genauer: Bewegen sich Quelle und
Beobachter aufeinander zu, misst der Beobachter eine höhere Frequenz als
das Messgerät an der Quelle, bewegen sie sich voneinander fort, misst
er eine niedrigere.
Im Alltag bekannt ist der Doppler-Effekt von den Schallwellen. Bei dem
"Taaatüüü-Taaatüüü", das vor einem
im Einsatz befindlichen Polizei- oder Feuerwehrfahrzeug warnt,
werden die beiden Töne "Taa" bzw. "Tü" mit einer konstanten
Tonhöhe (entsprechend einer konstanten Frequenz der Schallwelle)
ausgeschickt. Doch wenn das Fahrzeug auf uns zufährt, nehmen wir
sein Signal als höher, wenn es sich von uns entfernt, als
tiefer wahr -- besonders deutlich, wenn das Fahrzeug an uns vorbeifährt
und dabei die Tonhöhe zu ändern scheint.
In Bezug auf die Relativitätstheorie ist insbesondere der optische
Dopplereffekt für Lichtwellen interessant. In diesem Zusammenhang
heißt eine Frequenzerhöhung
Blauverschiebung, eine
Frequenzerniedrigung Rotverschiebung.
Drehimpuls
Eine physikalische Größe, die mit der Rotationsbewegung eines Objektes verbunden ist und für die ein Erhaltungssatz gilt.
In der klassischen Physik leistet jede Region eines Körpers zum Gesamtdrehimpuls einen Beitrag, der proportional zur in der Region enthaltenen Masse mal der Abstand der Region von der Drehachse mal derjenige Anteil ihrer Geschwindigkeit ist, der senkrecht zur Drehachse stattfindet.
Weitere Informationen bietet das Vertiefungsthema Was Eiskunstläufer, Planeten und Neutronensterne gemeinsam haben.
Im Kontext der Allgemeinen Relativitätstheorie ist Drehimpuls beispielsweise eine interessante Eigenschaft einfacher Schwarzer Löcher - weitere Informationen hierzu bietet das Vertiefungsthema Wieviele verschiedene Arten von Schwarzen Löchern gibt es?
Dreieck
In der Ebene und anderen flachen Räumen: Geometrisches Gebilde, das aus
drei (Eck-)Punkten und den sie verbindenen
Geradenabschnitten besteht.
Allgemeiner formuliert, so dass die Definition auch in
gekrümmten Räumen gültig ist: Geometrisches Gebilde, das aus
drei (Eck-)Punkten und drei sie verbindenen
Geodätenabschnitten besteht.
Druck
Maß für den Widerstand, den Materie (beispielsweise
ein Gas) Versuchen entgegensetzt, das
ihr zur Verfügung stehende Raumvolumen zu verkleinern.
Im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie trägt auch Druck zur Gravitationswirkung bei (siehe hierzu das Vertiefungsthema Masse und mehr).
Dunkle Energie
Vergleicht man die neuesten astronomischen Beobachtungen mit den Vorhersagen
der Urknallmodelle, dann ergibt sich, dass die Dichte unseres Universums zu über 70 Prozent auf so genannte Dunkle Energie
zurückgeht, eine Art Energie, die mit dem leeren Raum assoziiert ist, sich
bei der Expansion des Universums nicht verdünnt. Das Vorhandensein dieser
Energie ist äquivalent zu dem Vorliegen einer
kosmologischen Konstante, und ihre Wirkung besteht darin,
die Raumexpansion zu beschleunigen.
Wie (und ob) sich die Dunkle Energie in unser heutiges Verständnis vom Aufbau der Materie einpasst, etwa in das Standardmodell der Elementarteilchen oder seine möglichen Erweiterungen, ist noch nicht geklärt, und die Dunkle Energie stellt daher eines der größten Rätsel der modernen Physik dar.
Dunkle Materie
Beobachtungen an Galaxien und Galaxienhaufen sowie Vergleiche der astronomischen Beobachtungen mit den Vorhersagen
der Urknallmodelle zeigen, dass sich nur rund 15 Prozent der Materie in unserem Universum durch ihr Leuchten (d.h. durch die Aussendung elektromagnetischer Strahlung) verrät. Die restlichen 85 Prozent sind dunkle Materie, und es gibt überzeugende Hinweise, dass es sich bei einem Gutteil davon um Materie handelt, die nicht aus den üblichen Protonen und Neutronen besteht, sondern aus einer nicht
näher bekannten Art von Teilchen, die nur über die Gravitation mit herkömmlicher Materie wechselwirkt.
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