Galaxie, Galaxis
Sterne sind keine Einzelgänger, sondern
sind im All in der Regel in Ansammlungen von Millionen,
Milliarden oder noch mehr Sternen vertreten, eben den Galaxien. Auch
unsere Sonne ist Teil einer Galaxie, der
Milchstrasse.
Die griechische Form Galaxis wird in der Regel nur für unsere Milchstrasse verwandt.
Junge Galaxien können ein sehr turbulentes Dasein führen.
Beispiele für junge, aktive Galaxienkerne
sind Radiogalaxien
und Quasare.
Galaxienhaufen
Auch Galaxien sind keine Einzelgänger, sondern finden sich zu Haufen zusammen. Unsere eigene Galaxie, die Milchstraße, ist beispielsweise Teil der so genannten Lokalen Gruppe. Der uns nächste größere Galaxienhaufen ist der
so genannte Virgo-Haufen.
Gamma-Ausbrüche, Gamma-Bursts
Astronomische Ereignisse, die sich durch extrem starke Energieblitze im
Gammastrahlen-Bereich bemerkbar machen. Was sich dahinter verbirgt, ist noch ungeklärt; im Rahmen der
Allgemeinen Relativitätstheorie sind diese Ereignisse interessant, weil einige davon auf verschmelzende
Neutronensterne und/oder Schwarze Löcher zurückgehen könnten - und weil die Beobachtung
von Gravitationswellen helfen müsste, zu entscheiden, ob dies tatsächlich der Fall ist.
Gammastrahlen, Gammastrahlung
Die höchstenergetische Form der elektromagnetischen Strahlung, mit Frequenzen von über 10 Trillionen Schwingungen pro Sekunde, entsprechend Wellenlängen von weniger als einem Hundertstel Milliardstel Meter.
Gas
Im engeren Sinne: Zustandsform (Aggregatzustand)
der Materie, bei der die
Atome
oder Moleküle wild
durcheinanderfliegen, ohne aneinander gebunden zu sein. Die
Bewegung der Gasmoleküle führt zu einem inneren Druck, ihre mittlere
Bewegungsenergie
ist das Maß für die Temperatur des Gases.
Vergleiche auch die anderen Aggregatzustände:
Flüssigkeit,
Festkörper,
Plasma.
Im weiteren Sinne wird Gas auch für andere Gemische ungeordnet durcheinanderfliegender Teilchen gebraucht, etwa beim
Elektronengas, dessen Druck einen Weißen Zwerg vor dem Kollaps bewahrt.
gekrümmt
Siehe Krümmung.
GEO600
Deutsch-britischer Gravitationswellendetektor mit dem Standort Ruthe
(nahe Hannover). GEO600 ist ein
interferometrischer Gravitationswellendetektor mit 600 Metern Armlänge.
Webseiten von GEO600
Geodäte
Geradestmögliche Linie in einer Fläche
oder einem allgemeineren Raum. In einer Ebene sind dies die
Geraden, auf einer Kugelfläche
die Großkreise
geodätische Präzession
Siehe Präzession, geodätische
Geoid
Eine gedachte "mittlere Oberfläche" der Ozeane, die die Erde bedecken; der übliche Bezugspunkt für Angaben der "Höhe über dem Meeresspiegel".
Aus relativistischer Sicht ist der Geoid interessant, da sich zeigen lässt, dass dieselbe Gleichgewichtsbedingung, welche die Lage des Wasserspiegels bestimmt (aus Sicht eines mit der Erde rotierenden Beobachters: Gravitations- und Zentrifugalkraft halten sich die Waage) dazu führt, dass die Summe der relativistischen Zeitdehnungseffekte (Zeitdehnung aufgrund der durch die Erdrotation bedingten Bewegung plus Zeitdehnung aufgrund des Gravitationsfeldes) für alle Uhren, die sich direkt auf dem Geoid befinden, denselben Wert hat. Der Geoid stellt daher eine natürliche Bezugsfläche für die Definition der internationalen Atomzeit TAI und der Weltzeit UTC (Coordinated Universal Time) dar; weitere Infformationen hierzu liefert das Vertiefungsthema Wie Zeit gemacht wird.
Geometrie
Teilgebiet der Mathematik, das sich mit
Flächen oder
allgemeineren Räumen, darin definierbaren
Objekten wie Punkten oder Linien und daraus
konstruierbaren Gebilden wie Dreiecken beschäftigt.
Geometrie, globale
Ein Großteil der Forschung zur
Allgemeinen Relativitätstheorie beschäftigt sich mit einfachen Modelluniversen - von
den Urknallmodellen bis zu einfachen Modellen für Schwarze Löcher. Im Gegensatz dazu beschäftigt sich die globale Geometrie mit sehr allgemeinen Raumzeiteigenschaften, etwa damit, wie sich Licht ausbreitet und was dies für die Kausalität bedeutet. So lassen sich allgemein gültige Aussagen ableiten; die berühmtesten darunter sind die so genannten Singularitätentheoreme, die zeigen, dass Raumzeitsingularitäten in der Allgemeinen Relativitätstheorie unter recht allgemeinen Bedingungen (im Inneren Schwarzer Löcher, am Anfangspunkt eines Urknalluniversums) unvermeidbar sind.
Gerade
In einer Ebene,
im dreidimensionalen Raum unserer Alltagserfahrung oder in allgemeineren
flachen
Räumen:
Linie, die die kürzeste Verbindung zweier Punkte darstellt. Vergleiche
Raumzeitgerade.
Geschwindigkeit
In der Physik hat Geschwindigkeit zwei Aspekte: Erstens, wie im
Alltag: wie schnell ist ein Objekt? Zweitens, etwas ungewohnter:
in welche Richtung bewegt es sich? Physiker
fassen diese beiden Informationen in einer einzigen Größe zusammen, einer
"gerichteten Größe" oder einem "Vektor", den sie die Geschwindigkeit des
Objekts nennen. Im Alltag ist mit Geschwindigkeit oft nur die Schnelligkeit
gemeint, und der physikalische Sprachgebrauch ist daher etwas
gewöhnungsbedürftig: Ein Auto, das mit 100 Stundenkilometern um die Kurve
fährt, ändert seine Bewegungsrichtung und damit im Sprachgebrauch der
Physiker auch seine Geschwindigkeit - obwohl es während der Kurvenfahrt
immer gleich schnell ist.
GeV
Siehe Elektronenvolt.
Gewicht
Allgemein: Die Stärke der Gravitationskraft, die auf einen Körper wirkt. Da wir es im Alltag auf der Erdoberfläche mit einer Situation zu tun haben, in der die Gravitationskraft von Ort zu Ort nicht sonderlich variiert, und da die auf einen Körper wirkende Gravitationskraft in solch einer Situation nur noch von seiner Masse abhängt, wird der Unterschied zwischen Gewicht und Masse oft vernachlässigt - wenn das Gewicht eines Körpers angegeben wird, dann meist in einer Masseneinheit wie Kilogramm, obwohl das Gewicht strenggenommen in einer Krafteinheit wie Newton gemessen wird. Wer (und sei es nur in Gedanken) auf andere Himmelskörper reist, muss sich des Unterschiedes bewusst sein: Wenn ich ein Objekt von der Erde auf den Mond transportiere, bleibt seine Masse unverändert; sein Gewicht ist dagegen auf dem Mond rund sechs Mal geringer als auf der Erde.
Gezeiteneffekte, Gezeitenkräfte
Die Gravitationswirkung, die ein Objekt von andere Körpern erfährt, hängt üblicherweise davon ab, wo sich das Objekt befindet. Ein Beispiel: Von zwei identischen Objekten unter dem Gravitationseinfluss eines massereichen Körpers wird dasjenige Objekt stärker angezogen, das dem massereichen Körper näher ist. Alle Auswirkungen, die darauf zurückgehen, dass der Gravitationseinfluss solchermaßen von Ort zu Ort variiert, heißen Gezeiteneffekte.
Überall dort, wo die Gravitation als Kraft aufgefasst wird (etwa in der Newtonschen Gravitationstheorie) stecken hinter den Gezeiteneffekten Kraftdifferenzen - Differenzen der Gravitationskraft an einem und an einem zweiten Ort. Diese Kraftunterschiede heißen ihrerseits Gezeitenkräfte.
Hintergrund der Namensgebung ist der Umstand, dass auch die Gezeiten, Ebbe und Flut, auf die Ortsabhängigkeit der Gravitation zurückgehen - vereinfacht gesprochen werden die Ozeane auf der dem Mond zugewandten Erdseite stärker vom Mond angezogen als der Erdball, und der wiederum stärker als die Ozeane auf der abgewandten Erdseite.
Auch in Einsteins Beschreibung der Gravitation, in der Allgemeinen Relativitätstheorie, spielen Gezeitenkräfte eine wichtige Rolle - sie sind direkt mit einer geometrischen Eigenschaft der
Raumzeit verknüpft, die Krümmung heisst. (Weitere Informationen hierzu bietet das Vertiefungsthema Gravitation: Vom Fahrstuhl zur Raumzeitkrümmung.) Besonders interesssant sind Gezeiteneffekte im Zusammenhang mit so genannten Singularitäten; siehe das Vertiefungsthema Singularitäten als Raumzeit-Knetmaschinen.
Gigaelektronenvolt
Siehe Elektronenvolt.
Gleichgewicht, thermodynamisches
Ein physikalisches System ist im thermodynamischen Gleichgewicht, wenn seine Energie gleichmäßig auf all die verschiedenen Möglichkeiten verteilt ist, wie die Systemkomponenten sich bewegen oder vibrieren können - Physiker nennen diese Möglichkeiten die "Freiheitsgrade" des Systems. Die Durchschnittsenergie pro Freiheitsgrad ist ein direktes Maß für die Temperatur des Systems.
Beispielsweise haben im thermodynamischen Gleichgewicht alle Teilchen eines Gases im Mittel die gleiche Bewegungsenergie.
Auch die Gesamtheit aller elektromagnetischen Felder ist ein physikalisches System. Befinden sich ein Körper und die umgebenden elektromagnetischen Felder im thermodynamischen Gleichgewicht, kommt es zu so genannter Wärmestrahlung (weitere Informationen hierzu bietet das Vertiefungsthema Warum man Wärme sehen kann).
Etwas komplizierter ist die Situation in Systemen, bei denen sich einzelne Komponenten umwandeln können - Beispielsweise eines Teilchengemisches, in dem Teilchen der Sorte A zu Teilchen der Sorte B zerfallen können, und umgekehrt. In solchen Systemen geht mit dem thermodynamischen Gleichgewicht ein bestimmter (freilich von der Temperatur abhängiger) Wert für die relativen Häufigkeiten der verschiedenen Teilchensorten einher. Diese Art von Gleichgewicht spielt eine wichtige Rolle im frühen Universum, wie es von den Urknallmodellen beschrieben wird; nähere Informationen liefert das Vertiefungsthema Gleichgewicht und Veränderung.
Gleichzeitigkeit
Ein wichtiger Schritt Einsteins auf dem Weg zur
Speziellen
Relativitätstheorie war die Erkenntnis, dass Gleichzeitigkeit
nichts Naturgegebenes ist sondern einer Definition bedarf. Nach seiner Definition kann man Uhren synchronisieren (also gleichzeitig die gleiche Zeit anzeigen lassen), indem man
Lichtsignale zwischen ihnen hin und herschickt. Mehr dazu steht im Vertiefungsthema Die Unselbstverständlichkeit des Jetzt.
Zur praktischen Anwendung dieses Gleichzeitigkeitsbegriffs siehe das Vertiefungsthema Zeitbestimmung mit Radiosignalen - von der Funkuhr zur Satellitennavigation.
globale Geometrie
Siehe Geometrie, globale
Global Positioning System, GPS
Beispiel für ein Satellitennavigationssystem, ein
System aus Satellitensendern und mobilen Empfängern, das es ermöglicht, die Position im Raum mit großer Präzision festzustellen. Wichtig etwa für Navigationssysteme für Flugzeug und Autos, und gleichzeitig eine industrielle Anwendung von Einsteins Spezieller und
Allgemeiner Relativitätstheorie: Würden die Effekte, die diese Theorien für den Lauf bewegter Uhren in Gravitationsfeldern vorhersagen, nicht berücksichtigt, wäre die Positionsbestimmung unakzeptabel ungenau.
Auf das Funktionsprinzip von Satellitennavigationssystemen und ihren Bezug zur Relativitätstheorie wird in den Vertiefungsthemen Relativität und Satellitennavigation und Zeitbestimmung mit Radiosignalen - von der Funkuhr zur Satellitennavigation eingegangen.
Gluon
Gluonen sind die Botenteilchen der Starken Kernkraft. Es gibt acht verschiedene Sorten von Gluonen.
Wie der Gluonenaustausch vor sich geht, beschreibt die so genannte Quantenchromodynamik, eine der relativistischen Quantenfeldtheorien des Standardmodells der Elementarteilchenphysik.
GPA, GPB
Siehe Gravity Probe A, Gravity Probe B.
Gravitation, Gravitationskraft
In der klassischen Physik äußert sich die Gravitation als Gravitationskraft, als
Fernkraft,
aufgrund derer sich alle Körper, die eine
Masse besitzen, gegenseitig
anziehen (siehe Newtonsche
Gravitation), Synonym: Schwerkraft. Das zugehörige Feld ist das Gravitationsfeld (wie Kraft und Feld zusammenhängen, beschreibt das Vertiefungsthema Von der Kraft zum Feld).
In Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie:
Der Umstand, dass Materie, die Masse,
Energie oder Druck besitzt die
Raumzeit verzerrt und das
diese Verzerrung umgekehrt auf die in der Raumzeit enthaltene
Materie zurückwirkt.
Eine Einführung in die Grundideen der allgemeinen
Relativitätstheorie liefert der Abschnitt
Allgemeine
Relativitätstheorie von Einstein
für Einsteiger. Speziell dem Thema, was Gravitation in Einsteins Theorie denn nun eigentlich ist, widmet sich das Vertiefungsthema Gravitation: Vom Fahrstuhl zur Raumzeitkrümmung.
Näheres dazu, welche Eigenschaften der Materie für ihre Gravitationswirkung entscheidend sind, bietet das Vertiefungsthema Masse und mehr.
Gravitationsfeld
Die Gesamtheit aller Gravitationseinflüsse, die ein oder mehrere
Massekörper auf Objekte in ihrer Umgebung ausüben.
Genauer: An jedem Ort im Raum ist das Gravitationsfeld definiert über die
Beschleunigung, die ein kleiner Testkörper, der sich an diesem Ort befände, aufgrund der Gravitationskräfte der ihn umgebenden Massen erfahren würde. Nähere Informationen dazu, wie Kraft und Feld zusammenhängen, gibt das Vertiefungsthema Von der Kraft zum Feld.
Das Gravitationsfeld ist außerdem ein direktes Maß dafür, wie stark das so genannte Gravitationspotential von einem Ort zum anderen variiert.
Gravitationskonstante
Naturkonstante, die im Newtonschen Gravitationsgesetze als Proportionalitätsfaktor auftritt und damit so etwas wie die natürliche Stärke der Gravitation beschreibt. In den
Einstein-Gleichungen der
Allgemeinen Relativitätstheorie tritt sie analog als Proportionalitätsfaktor auf, der festlegt, wie stark
Masse,
Energie und ähnliche Materieeigenschaften Raum und Zeit verzerren. Symbol in Formeln: G.
Gravitationskraft
Siehe Gravitation, Gravitationskraft
Gravitationsladung
Eine Ladung ist eine physikalische Größe, die angibt, wie stark ein bestimmtes Objekt an einer gegebenen Wechselwirkung teilnimmt. Für die Newtonsche Gravitation spielt die Masse die Rolle der Gravitationsladung (mehr zu den verschiedenen Massendefinitionen im Vertiefungsthema Träge und Schwere Masse), in der Allgemeinen Relativitätstheorie kommen Größen wie Energie und Druck hinzu (siehe das Vertiefungsthema Masse und mehr).
Gravitationslinse
In Einsteins Allgemeiner Relativitätstheorie
wirkt die Gravitation auch auf Licht, und
Licht, das beispielsweise an einem massiven Körper vorbeistreicht,
wird dabei etwas abgelenkt (siehe auch Lichtablenkung). Dabei kann es dazu kommen, dass Licht ein und desselben kosmischen Objekts auf mehreren verschiedenen Wegen zu
einem Beobachter gelangt, der dann entsprechend mehrere Bilder des
Objekts am Himmel sieht. Massen, die in dieser Weise als optische
Linse wirken, heißen Gravitationslinsen.
Weitere Informationen bietet das Vertiefungsthema Zur Geschichte der Gravitationslinsen.
Gravitationspotential, Gravitationspotenzial
Im Rahmen der klassischen, Newtonschen Gravitationstheorie: Eine an jedem Ort definierte Größe, mit der sich der Gravitationseinfluss einer Masse oder einer Gruppe von Massen beschreiben lässt.
Das Gravitationspotential ist ein direktes Maß dafür, wieviel Energie ein Körper im freien Fall aufgrund des Gravitationseinflusses der anwesenden Massen gewinnen kann, konkret: Wenn ein Körper der Masse m im freien Fall von A nach B fliegt, dann ist die Bewegungsenergie, die er dabei gewinnt, gleich seiner Masse mal der Differenz der Gravitationspotentiale in A und in B.
Wie stark das Gravitationspotential von einem Ort zum anderen variiert, zeigt das Gravitationsfeld an - eine weitere Beschreibungsgröße für den Gravitationseinfluss einer Massenanordnung.
Im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie ist das Gravitationspotential ein direktes Maß für die gravitative Zeitdehnung, also dafür, wie die Gravitation den Gang von Uhren (allgemeiner: das "Vergehen der Zeit") beeinflusst.
Gravitationstheorien
Siehe Allgemeine Relativitätstheorie (Einsteins Gravitationstheorie) oder Newtonsche Gravitation.
Gravitationswellen
Störungen der Raumgeometrie, die sich mit Lichtgeschwindigkeit
durch den Raum ausbreiten.
Nähere Informationen liefert der Abschnitt
Gravitationswellen von
Einstein
für Einsteiger.
Informationen zu einer Reihe weiterer Aspekte der Gravitationswellenphysik finden sich in den Vertiefungsthemen in der Kategorie Gravitationswellen.
Gravitationswellenastronomie
Teilgebiet der Astronomie, in dem es darum geht, durch den Nachweis von
Gravitationswellen
Daten über Himmelskörper oder das Weltall als Ganzes zu erhalten - etwa über die Ereignisse im Inneren von Supernovae, über
Neutronensterne
oder über die heiße Frühzeit des Kosmos.
Bislang ist das freilich Zukunftsmusik - zur Zeit besteht die Herausforderung darin, diese Wellen mit Hilfe von Gravitationswellendetektoren überhaupt erst einmal nachzuweisen.
Gravitationswellendetektor
Derzeit laufen weltweit Versuche, die Gravitationswellen, die uns
aus dem fernen All erreichen, direkt nachzuweisen. Im wesentlichen sind
dabei zwei Arten von Detektor im Einsatz, so genannte
interferometrische Detektoren wie
GEO600 oder
die LIGO-Detektoren, und
so genannte Resonanzdetektoren.
Nähere Informationen zu Gravitationswellen liefert der Abschnitt
Gravitationswellen von
Einstein
für Einsteiger.
Einen Überblick über die derzeit in Betrieb befindlichen Gravitationswellendetektoren liefert das Vertiefungsthema Ohren in aller Welt.
gravitative Zeitdehnung
Siehe Zeitdehnung.
Gravitomagnetismus
In Situationen mit vergleichsweise schwacher Gravitation können die im Rahmen der
Allgemeinen
Relativitätstheorie auftretenden Gravitationswirkungen
näherungsweise (erste post-Newtonsche Näherung) in Analogie zum Elektromagnetismus beschrieben werden: Diejenige Wirkung, die bereits durch die Newtonschen
Gravitationskraft erfasst wird, ist dabei analog zur elektrischen Kraft.
Darüber hinaus gibt es eine Kraftwirkung, die zur Magnetkraft analog ist und immer dann auftritt, wenn Gravitationsquellen rotieren. Sie wird als
Gravitomagnetismus bezeichnet. Der gravitomagnetische Einfluss einer rotierenden Masse auf ihre Umgebung heißt auch
Lense-Thirring-Effekt.
Graviton
Hypothetisches Botenteilchen einer als
Quantentheorie beschriebenen Gravitationskraft. Allerdings wissen die Physiker heutzutage noch nicht, wie eine solche Theorie der
Quantengravitation letztendlich aussehen wird.
Gravity Probe A
Synonym: Vessot-Levine-Experiment. Experiment zum präzisen Nachweis der gravitativen und der speziell-relativistischen Zeitdehnung, durchgeführt im Jahre 1976. Dazu wurde eine Atomuhr an Bord einer Rakete auf eine Flughöhe von rund 10.000 Kilometern geschossen. Mit Hilfe von Radarsignalen wurden sowohl Flughöhe und -geschwindigkeit der Rakete als auch der Gang der an Bord befindlichen Uhr überwacht. Die Genauigkeit der Vorhersagen der Allgemeinen Relativitätstheorie über den Gang dieser einerseits in Bewegung, andererseits in einem schwächeren Gravitationsfeld als auf der Erde befindlichen Uhr wurde in diesem Experiment mit einer Messungenauigkeit von weniger als 0,02 Prozent bestätigt.
Gravity Probe B
Satellitengestütztes Experiment zum Nachweis des Lense-Thirring-Effektes ("frame-dragging"). Dabei wird die Richtung der Drehachse von hochpräzise gefertigten kugelförmigen Kreiseln überwacht, die an Bord eines Satelliten um die Erde kreisen. Gemäß der Allgemeinen Relativitätstheorie sollten zwei Effekte dafür sorgen, dass sich die Achsenrichtung der Kreisel mit der Zeit leicht verändert: Die geodätische Präzession, ein Nebeneffekt der Krümmung der Raumzeit in Erdnähe sollte zu einer Verschiebung von knapp sieben Bogensekunden pro Jahr führen. Der Lense-Thirring-Effekt kommt zustande, da die Erde rotiert und die sie umgebende Raumzeit dabei grob gesprochen ein wenig mitzieht. Das sollte zu einer weiteren Achsenrichtungsänderung von rund 0,04 Bogensekunden führen.
Start der Mission war April 2004; Messungen wurden von August 2004 bis August 2005 vorgenommen; die Bekanntgabe erster Ergebnisse erfolgte im April 2007 (Bestätigung der geodätischen Präzession mit einer Genauigkeit von 1 Prozent; noch keine Ergebnisse zum Lense-Thirring-Effekt). Die Bekanntgabe des Gesamtergebnisses ist für Dezember 2007 angekündigt.
Webseiten der Mission Gravity Probe B
Größenordnung
Im Sprachgebrauch der Physik: Der Wert einer Größe, gerundet bis auf die nächste Zehnerpotenz. Die Höhe eines Menschen ist beispielsweise von der Größenordnung her ein Meter, die Höhe eines zweistöckigen Hauses 10 Meter. Über Größenordnungen zu reden, ist beispielsweise für grobe Vergleiche sinnvoll, die der Orientierung dienen - dass ein zweistöckiges Haus rund 10 Mal größer ist als ein Mensch, ist ein nützlicher ungefährer Wert; jede genauere Angabe wäre angesichts der Tatsache, dass sowohl Menschen wie Häuser in ihrer genauen Größe variieren, unangemessen oder sogar irreführend. In der Physik wird man von stark vereinfachten Modellen nicht verlangen, dass ihre Vorhersagen exakt zutreffen, allerdings sollten sie ungefähr in der richtigen Größenordnung liegen.
Großkreis
Kreis auf einer Kugeloberfläche, dessen Mittelpunkt gleichzeitig
der Mittelpunkt der Kugel ist. Der Äquator ist ein Großkreis
auf der Erdkugel, die Meridiane sind Großkreishälften.
Die geradestmögliche Weise, auf einer Kugeloberfläche
entlangzulaufen, führt entlang von Großkreisen; in der
Sprache der Mathematiker: Großkreise sind
Geodäten der Kugeloberfläche.
|