IERS (International Earth Rotation and Reference Systems Service)
Wissenschaftliche Institution mit Zentralbüro in Frankfurt am Main. Eine Hauptaufgabe des IERS besteht darin, Daten zur Erdrotation zu sammeln und zu verbreiten; in diesem Zusammenhang spielt er eine wichtige Rolle bei der Definition der Weltzeit UTC (nähere Informationen bietet das Vertiefungsthema Wie Zeit gemacht wird).
Webseiten des IERS
imaginäre Zeit(koordinate)
In bestimmten Rechnungen in der Quantentheorie (insbesondere im Zusammenhang mit so genannten Pfadintegralen) spielt die folgende algebraische Umformung eine Rolle: Wo immer in einem bestimmten Stadium der Rechnung die Zeitkoordinate t auftritt, wird sie durch i·t ersetzt, wobei i die "imaginäre Einheit" ist, definiert durch die bemerkenswerte Eigenschaft i·i=-1. Dann wird mit dieser veränderten Zeitkoordinate weitergerechnet, und in einem späteren Stadium der Rechnung wird die Ersetzung wieder rückgängig gemacht. Die Kombination T=i·t heisst imaginäre Zeit.
Die meisten solcher Rechnungen gehören in den Kontext der herkömmlichen Elementarteilchenphysik, in der Raum und Zeit durch die Spezielle Relativitätstheorie beschrieben werden. Dort gibt es mathematisch strenge Beweise die zeigen, dass das Rechnen mit der imaginären Zeit zu korrekten Resultaten führt.
Auch in einigen Ansätzen für eine Theorie der Quantengravitation spielt die imaginäre Zeitkoordinate eine Rolle. Dort allerdings haben wir es mit der flexiblen Zeit der Allgemeinen Relativitätstheorie zu tun, und dadurch wird die Angelegenheit ungleich schwieriger. Im Kontext der Quantengravitation ist bislang weder engültig geklärt, wie man beim Rechnen mit imaginärer Zeit im einzelnen vorgehen sollte, noch inwieweit solche Rechnungen tatsächlich zum richtigen Ergebnis führen. Beide Fragen sind Gegenstand aktueller Forschung.
Einige weitere Informationen über Pfadintegrale und die Rolle der imaginären Zeit bietet das Vertiefungsthema Auf allen möglichen Wegen zum Ziel, während der Zusammenhang mit der Quantenkosmologie im Vertiefungsthema Die Suche nach dem Quanten-Anfangszustand des Universums angesprochen wird.
Impuls
Maß für den Schwung, der einem Körper innewohnt:
Der Impuls eines Körpers ist gleich seiner
Masse mal seiner
Geschwindigkeit
(in der Speziellen Relativitätstheorie: seiner relativistischen Masse
mal seiner Geschwindigkeit).
Wichtig für die Physik ist, dass der Impuls eine
Erhaltungsgröße ist - treten verschiedene Körper in
Wechselwirkung, dann ist die Summe ihrer Impulse vorher und nachher
dieselbe, allenfalls ist Impuls von einem Körper auf einen
anderen übertragen worden.
In der Allgemeinen Relativitätstheorie
ist Impuls neben Größen wie Masse
und Energie eine Gravitationsquelle.
Impulserhaltung
Der Impuls ist eine Erhaltungsgröße: Der Gesamtimpuls eines Systems kann sich nur dann ändern, wenn dem System Impuls zugeführt oder entzogen wird.
Inertialsystem, Inertialbeobachter
Ein Inertialsystem ist ein Bezugssystem,
in dem das Trägheitsgesetz der Mechanik
gilt: Körper, auf die keine Kräfte wirken, befinden sich in Ruhe oder
laufen mit konstanter Geschwindigkeit auf geraden Bahnen. Ein Inertialbeobachter ist ein Beobachter, der relativ zu einem Inertialsystem ruht. Im Zusammenhang der Relativitätstheorien entspricht ein Inertialsystem
einem System, das im gravitationsfreien Raum schwebt, ohne beschleunigt
zu werden oder zu rotieren.
Inertialsysteme spielen eine wichtige Rolle in der
Speziellen
Relativitätstheorie: deren Grundbausteine sind das Relativitätsprinzip
(die Gesetze der Physik sind in allen Inertialsystemen die gleichen - kein
Inertialsystem ist in dieser Hinsicht vor anderen ausgezeichnet) und
das Prinzip der Konstanz der
Lichtgeschwindigkeit (alle Inertialbeobachter messen für die Lichtgeschwindigkeit denselben konstanten Wert).
In der Allgemeinen
Relativitätstheorie gibt es im allgemeinen allenfalls "lokale
Inertialsysteme": Aussage des Äquivalenzprinzips
ist, dass die Gesetze der Physik für einen Beobachter, der frei fällt und
über einen nicht allzu langen Zeitraum hinweg Ereignisse in seiner
unmittelbaren Nähe betrachtet, in guter Näherung dieselben sind wie für
einen Inertialbeobachter.
Inflation, Inflationsphase
Hypothetische Phase in der Frühzeit unseres Universums, in der
sich das Weltall exponentiell
ausdehnte.
Infrarot, Infrarotlicht
Elektromagnetische
Strahlung im Frequenzbereich von
einigen Hundert Milliarden bis Billionen Schwingungen pro Sekunde, beziehungsweise mit Wellenlängen
von 0,8 Mikrometer
bis 1 Millimeter. Auch die mit warmen Alltagstemperaturen verbundene Wärmestrahlung fällt in den
Infrarotbereich.
INTEGRAL
Ende 2002 gestartetes Satellitenobservatorium der ESA, dessen Instrumente astronomische Beobachtungen im Bereich der Gammastrahlung vornehmen.
Outreach-Seiten für die INTEGRAL-Mission
Interferenz
Wenn Wellen aufeinandertreffen und sich überlagern, kann es zu Verstärkungs- und Auslöschungseffekten kommen, die zusammen als Interferenzeffekte bezeichnet werden: Wo Wellenberg auf Wellenberg trifft, entsteht ein deutlich höherer Wellenberg (Verstärkung; konstruktive Interferenz); wo Wellenberg auf Wellental treffen, kann es zum völligen Ausgleich zwischen den beiden kommen (Abschwächung oder sogar völlige Auslöschung; destruktive Interferenz).
Interferenz kann beispielsweise bei elektromagnetische Wellen
(etwa bei Licht) auftreten, aber auch bei Wasserwellen oder Schallwellen.
Interferometrischer (Gravitationswellen-)Detektor
Gravitationswellendetektoren, die Interferenzeffekte des Lichts nutzen, um nachzuweisen, wie eine Gravitationswelle die Abstände zwischen Testmassen und zwischen diesen Testmassen hin- und herlaufendes Licht beeinflusst.
Die Funktionsweise interferometrischer Detektoren wird im Vertiefungsthema
Licht als Maßstab beschrieben.
Beispiele für interferometrische Detektoren sind
GEO600 und die
LIGO-Detektoren.
International Earth Rotation and Reference Systems Service (IERS)
Siehe IERS (International Earth Rotation and Reference Systems Service)
Internationale Atomzeit
Siehe TAI (Internationale Atomzeit)
Internationale Raumstation/International Space Station (ISS)
In internationaler Zusammenarbeit von 16 Nationen gebaute Raumstation
in der Erdumlaufbahn. Aus Einsteinscher Sicht vor allem interessant
als Beispiel für ein im Gravitationsfeld der Erde
frei fallendes Laboratorium.
ISS-Seiten der NASA
Internationaler Thermonuklearer Experimentalreaktor
Siehe ITER
Internationales Büro für Maße und Gewichte
Siehe BIPM (Bureau International des Poids et Mesures)
Internationales Einheitensystem
Siehe SI (Système International d'Unités, Internationales Einheitensystem)
Ion, ionisieren, Ionisation
Üblicherweise besitzen Atome genauso viele elektrisch positiv geladene Protonen im Kern wie elektrisch negativ
geladene Elektronen in ihrer Hülle, und sind damit im Ganzen elektrisch neutral. Atome, die mehr oder weniger Elektronen besitzen als normal und daher im Ganzen elektrisch geladen sind heißen Ionen.
Ionisation ist der Vorgang, bei dem ein elektrisch neutrales Atom in ein Ion umgewandelt wird. Ionen eines bestimmten Elements werden daher auch oft mit dem Adjektiv "ionisiert" bezeichnet, Wasserstoffionen etwa als "ionisierter Wasserstoff".
Isotop
Atomkernsorten ("Nuklide") können sich in zweierlei Hinsicht unterscheiden: Einmal durch die Zahl der Protonen, zum anderen durch die Zahl der Neutronen, die sie enthalten. Alle Kerne mit derselben Anzahl von Protonen gehören zu ein und demselben chemischen Element und heissen Isotope dieses Elements. Die verschiedenen Isotope eines Elements unterscheiden sich nur durch die Anzahl ihrer Neutronen.
ITER
Internationales Kooperationsprojekt zur Konstruktion eines Reaktors, der durch Kernfusionsreaktionen nutzbare Energie erzeugt. Geplanter Baubeginn ist 2008; Fernziel ist es, die Kernfusion als Energiequelle praktisch nutzbar zu machen.
ITER-Webseiten
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