Mach'sches Prinzip
Wenn Körper beschleunigt
werden, machen sich Trägheitskräfte
bemerkbar - die Kraft, die uns in den Sitz drückt, wenn das
Auto, in dem wir sitzen, beschleunigt, oder die Zentrifugalkräfte, die die Sitze des Kettenkarussels nach außen ziehen. In der klassischen Mechanik war der Bezugsrahmen für diese Beschleunigungen der
der "absolute Raum" - Trägheitskräfte wirken, sobald sich ein
Körper relativ zum absoluten Raum beschleunigt bewegt. Der österreichische Physiker Ernst Mach stellte dagegen die Hypothese auf die Trägheitskräfte seien nicht auf ein abstraktes Gebilde wie den absoluten Raum zurückzuführen, sondern träten auf, wann immer ein Körper sich relativ zu den Hintergrundmassen im Universum (den fernen Fixsternen etwa) beschleunigt bewege. Diese Hypothese ist auch als Mach'sches Prinzip bekannt. Dieses Prinzip hat eine wichtige Rolle gespielt, als Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie entwickelte. In ihrer endgültigen Form respektiert Einsteins Theorie das Mach'sche Prinzip allerdings nicht - auch dort sind die Trägheitskräfte nicht alleine auf den Einfluss ferner Massen zurückzuführen.
Magnetfeld, Magnetismus, Magnetkraft
Magnetkräfte sind bestimmte Fernkräfte, mit denen elektrische Ströme (d.h. bewegte elektrische
Ladungen) auf andere elektrische
Ströme wirken. Das Magnetfeld ist das zugehörige Feld (wie Kraft und Feld zusammenhängen beschreibt das Vertiefungsthema Von der Kraft zum Feld). Die Gesamtheit der mit den Magnetkräften zusammenhängenden Phänomene heißt auch Magnetismus; die betreffenden Phänomene sind ein Teilaspekt des Elektromagnetismus.
Maser-Uhr
Ein Typ von Atomuhr. Der Frequenzstandard (die Referenz für das "Ticken" der Uhr) ist dabei ein so genannter Maser; ein Gerät, das auf demselben Grundprinzip basiert wie der Laser und mit dessen Hilfe sich elektromagnetische Strahlung genau definierter Frequenz erzeugen lässt.
Masse
In der klassischen Physik spielt die Masse eines Köpers drei
Rollen gleichzeitig. Zum einen ist die Masse ein Maß dafür,
wie leicht sich der Bewegungszustand eines Körpers ändern
lässt ("träge Masse"). Fliegen an einem schwerelosen Raumfahrer ein Elefant und
eine Maus vorbei, und gibt der Raumfahrer jedem der Tiere einen Schubs
gleicher Stärke, dann ist der Umstand, dass die Maus ihre
Flugrichtung und/oder Geschwindigkeit daraufhin sehr stark ändert,
der Elefant dagegen kaum, sicheres Zeichen dafür, dass die
Masse des Elefanten wesentlich größer ist als die
der Maus. Zweitens ist die Masse ein Maß dafür, aus
wieviel Materie ein Körper besteht. Atome
ein und derselben Sorte haben dieselbe Masse, und die Gesamtmasse eines
Körpers ergibt sich, indem man all die winzigen Massen seiner atomaren
Bestandteile zusammenzählt. Drittens bestimmt die Masse
gemäß dem Newtonschen
Gravitationsgesetz, wie stark ein Körper andere Körper
über die Schwerkraft anzieht und wie stark andere Massen ihn anziehen ("schwere Masse").
Auch in der Speziellen Relativitätstheorie
lässt sich eine Masse definieren, die ein Maß dafür darstellt,
wie stark sich der Körper Versuchen wiedersetzt, seinen
Bewegungszustand zu ändern. Diese relativistische
Masse ist allerdings davon abhängig, wie schnell sich der
betreffende Körper gegenüber dem Beobachter bewegt
(relativistische
Massenzunahme). Ihren berühmtesten Auftritt hat diese Masse in der Formel E=mc2 (Masse-Energie-Äquivalenz).
Den kleinsten Wert hat die relativistische
Masse eines gegebenen Körpers für einen Beobachter,
der sich relativ zum Körper in Ruhe befindet. Dies ist die
so genannte Ruhemasse des Körpers, und wenn etwa in der
relativistischen Teilchenphysik
von Masse die Rede ist, ist meist die
Ruhemasse gemeint. Die Ruhemasse ist wie in der klassischen
Physik eine Art Maß für den Materiegehalt des Körpers. Bei zusammengesetzten Körpern tragen nun aber beispielsweise die Energien der Bindungskräfte etwas zur letztendlichen Masse bei (wieder ein Beispiel für die Masse-Energie-Äquivalenz.
In der Allgemeinen Relativitätstheorie
ist die Masse nach wie vor ein Maß für die Gravitationswirkung, die
von einem Körper ausgeht; zusätzlich zur Masse tragen hier
allerdings auch Größen wie Energie,
Impuls und innerer
Druck bei (siehe hierzu das Vertiefungsthema Masse und mehr).
Die Maßeinheit der Masse im internationalen Einheitensystem ist das
Kilogramm.
Mit der Definition von träger und schwerer Masse - Masse als Trägheitsmaß und "Gravitationsladung" - und mit dem Zusammenhang dieser Definitionen mit dem so genannten Äquivalenzprinzip, einem der Ausgangspunkte der Entwicklung der Allgemeinen Relativitätstheorie, beschäftigt sich das Vertiefungsthema Träge und schwere Masse.
Masse-Energie-Äquivalenz
Bereits in der Speziellen Relativitätstheorie
zeigt sich, dass Masse und
Energie letztendlich dasselbe sind. Jeder
herkömmlichen Energieform entspricht eine Masse - wer einem
Körper Wärmeenergie
zuführt, der erhöht damit auch seine Masse. Bereits aufgrund
ihrer Masse wohnt Materie eine große Energie inne die, beispielsweise,
wenn ein Teilchen auf sein Antiteilchen
trifft und die beiden sich in einem Blitz elektromagnetischer Strahlung vernichten, komplett in andere
Energieformen umgesetzt werden kann.
Die Umrechnung von Massen in die entsprechenden Energien und umgekehrt
beschreibt Einsteins berühmte Formel
E=mc2 ("E gleich m c-Quadrat")
Dabei ist E die Energie, m die ihr entsprechende Masse und die Konstante
c die Lichtgeschwindigkeit.
Zur Systematik der Atomkernbindungen - Grundlage von Kernfusion und Kernspaltung, die sich gemäß Einsteins Formel in den Massen der Atomkernen niederschlägt, gibt das Vertiefungsthema Ist das Ganze die Summe seiner Teile weitere Informationen; der Rolle, die Einsteins Formel bei Kernfusion und -spaltung spielt, ist das Vertiefungsthema
Von E=mc2 zur Atombombe gewidmet.
Massenbestimmung
Die Masse
astronomischer Objekte ist zwar eine der grundlegendsten
Eigenschaften, aber in der Regel nicht einfach zu bestimmen.
Die meisten Verfahren nutzen die Gesetze der
Himmelsmechanik aus um daraus,
wie schnell sich zwei (oder mehr) Objekte umkreisen, auf ihre
Massen zu schließen. In einigen Fällen lassen sich
auch relativistische Effekte wie
die Lichtablenkung oder
Lichtlaufzeitverzögerung ausnutzen,
um die Massen astronomischer Objekte zu bestimmen.
Massendefekt
Wenn zwei oder mehr Objekte durch starke Kräfte aneinandergebunden sind, dann entspricht der Bindungsenergie - sie entspricht der Energie, die nötig ist, die Bindung wieder zur lösen - nach Einsteins berühmter Formel E=mc2 (siehe Masse-Energie-Äquivalenz ) eine gewisse Masse. Um diese Masse, den so genannten Massendefekt, ist die Masse des gebundenen Objekts geringer als die Summe der Massen seiner Teile.
Mehr Informationen bietet das Vertiefungsthema Ist das Ganze die Summe seiner Teile?
Massenträgheit
Siehe träge Masse
Massenzunahme, relativistische
Eine Vorhersage der
Speziellen Relativitätstheorie ist, dass es
umso schwieriger ist, den Bewegungszustand eines Körpers zu
ändern, je schneller sich der Körper bereits bewegt.
Daraus ergibt sich beispielsweise, dass es unmöglich ist, einen
Körper auf Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen: Je schneller der
Körper bereits ist, umso mehr Kraft muss aufgewendet werden, um
seine Geschwindigkeit noch weiter zu steigern, und nahe der
Lichtgeschwindigkeit wird dieser Effekt so stark, dass eine unendlich hohe
Kraft vonnöten wäre, um dem Körper das entscheidende letzte
bisschen Extra-Geschwindigkeit zu verpassen.
Mit dem Widerstand gegenüber Änderungen des Bewegungszustands
als einer Definition der Masse heißt dieses
Phänomen auch relativistische Massenzunahme.
Materie
In der Allgemeinen Relativitätstheorie:
Alle Gebilde, die zur Krümmung der Raumzeit beitragen, also
Teilchen, Staub, Gase,
Flüssigkeiten,
elektromagnetische und
andere Felder.
In der Elementarteilchenphysik:
Alle Elementarteilchen mit
halbzahligem Spin, etwa
Elektronen und
Quarks und aus ihnen zusammengesetzte Gebilde
wie Protonen und
Neutronen, im Gegensatz zu
Kraftteilchen.
Maxwellsche Gleichungen
Die vier Grundgleichungen des
Elektromagnetismus, die beschreiben,
wie elektrische und magnetische Krafteinflüsse - in der
Sprache der Physiker: elektrisches und magnetisches
Feld - entstehen: Elektrische Felder
werden erzeugt durch elektrische Ladungen, aber
auch durch die zeitliche Änderung von Magnetfeldern. Magnetfelder
entstehen durch elektrische Ströme, aber auch durch die zeitliche
Änderung von elektrischen Feldern. Dass elektrische und magnetische
Felder auch ohne Ladungen und Ströme existieren können, durch
gegenseitige Anregung, in der die zeitliche Änderung des elektrischen
Feldes ein Magnetfeld hervorruft und umgekehrt, ist die Grundlage
der elektromagnetischen
Wellen.
Max-Planck-Gesellschaft
Organisation zur Förderung der Grundlagenforschung, die insbesondere knapp 80 Max-Planck-Institute betreibt, deren jedes bestimmten Teilbereichen der Forschung gewidmet ist - siehe die nachfolgenden Einträge. Gegründet 1948 als Nachfolgerin der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft; der Verwaltungssitz ist München.
Webseiten der MPG
Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik
Forschungsinstitut der Max-Planck-Gesellschaft,
das denjenigen Teilen der Astronomie und Astrophysik gewidmet ist,
denen Beobachtungen im Infrarot-, Röntgen und Gammastrahlenbereich
der elektromagnetischen Strahlung zugrundeliegen.
Das 1963 gegründete Max-Planck-Institut für extraterrestrische
Physik ist in Garching bei München angesiedelt.
Webseiten des MPE
Max-Planck-Institut für Astrophysik
Forschungsinstitut der Max-Planck-Gesellschaft,
das sich mit astrophysikalischen Themen wie Sternentwicklung,
der Physik der Supernovae, Galaxienbildung und Kosmologie
beschäftigt. Gegründet wurde das in Garching bei
München angesiedelte Institut im Jahre 1958.
Webseiten des MPA
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik/Albert-Einstein-Institut
Forschungsinstitut der Max-Planck-Gesellschaft,
das sich mit Forschungen zur Einsteinschen Gravitationstheorie beschäftigt
- von den mathematischen Grundlagen über die Astrophysik der
Gravitationswellen bis zur Quantengravitation.
Das 1995 gegründete Institut befindet sich im Ortsteil Golm in
Potsdam. Ein Teilinstitut in Hannover, das
der Forschung mit dem Gravitationswellendetektor
GEO 600 gewidmet ist, kam 2002 hinzu.
Webseiten
des AEI
Webseiten
des AEI-Teilinstituts Hannover
Max-Planck-Institut für Radioastronomie
Forschungsinstitut der Max-Planck-Gesellschaft,
das der Radio- und Infrarot-Astronomie gewidmet ist. Das Institut
wurde 1966 gegründet und hat seinen Sitz in Bonn und in
Bad Münstereifel-Effelsberg.
Webseiten
des MPIfR
Mechanik
Teilgebiet der Physik, das sich mit der Bewegung der Körper und
damit beschäftigt, wie sie auf die Einwirkung von Kräften
reagieren. Je nachdem, in welchem Rahmen die Bewegungsgesetze formuliert
sind, handelt es sich um klassische
Mechanik, relativistische
Mechanik oder Quantenmechanik.
Mechanik, klassische
Synonym: Newtonsche Mechanik. Nach der klassischen Mechanik wird
die Bewegung von Körpern unter dem Einfluss von Kräften von
drei Gesetzen bestimmt, den Newtonschen Axiomen. Erstens: Körper,
auf die keine Kraft wirkt, bleiben in Ruhe oder bewegen sich mit konstanter
Geschwindigkeit entlang gerader Bahnen im Raum (Trägheitsgesetz).
Zweitens: Für die Kraft, die auf einen Körper wirkt, für
seine Masse und für die Beschleunigung,
die er aufgrund der Krafteinwirkung erfährt, gilt:
Kraft gleich Masse mal Beschleunigung. Drittens: Übt ein Körper
A auf einen Körper B eine Kraft aus, so erfährt er seinerseits
vom Körper B eine Kraft gleicher Stärke, aber in umgekehrter
Richtung ("actio gleich reaction").
Eine Alternativformulierung des zweiten Gesetzes verwendet den
Begriff des Impulses: Die Änderung
des Impulses eines Körpers mit der Zeit ist gleich der Kraft, die
auf ihn wirkt.
Mechanik, relativistische
Speziell-relativistische Erweiterung
der klassischen Mechanik, mit
sehr ähnlichen Grundgesetzen. Erstens: Körper, auf die keine
Kräfte wirken, bewegen sich mit konstanter Geschwindigkeit entlang
gerader Bahnen, das heißt in der Sprache der Speziellen
Relativitätstheorie:
auf Raumzeitgeraden.
Zweitens: Die Änderung des Impulses eines
Körpers mit der Zeit entspricht der Kraft, die auf ihn wirkt. (Aufgrund
der relativistischen
Massenzunahme folgt daraus nicht die Formulierung des Gesetzes in der
klassischen Mechanik,
"Kraft gleich Masse mal Beschleunigung".) Drittens gilt: der Impuls bleibt erhalten - bei physikalischen Reaktionen ist die Summe aller Impulse vorher dieselbe wie nachher.
Die Gesetze der relativistischen Mechanik lassen sich, wenn man neue
Größen wie den "Vierer-Impuls" einführt, auch direkt
in einer der vierdimensionalen Raumzeitgeometrie angepassten Form
niederschreiben.
Megaelektronenvolt
Siehe Elektronenvolt.
Merkur
Der sonnennächste Planet. Im
Zusammenhang mit der
Allgemeinen Relativitätstheorie
interessant, weil die Theorie für Planeten einen etwas anderen
Bahnverlauf vorhersagt als die
Newtonsche Gravitationstheorie
und weil diese Abweichung, die relativistische
Periheldrehung für den sonnennahen Merkur besonders ausgeprägt
ist und an seinem Beispiel erstmals nachgewiesen werden konnte.
Messfehler, Mess(un)genauigkeit
Beim Messen einer physikalischen Größe spielen viele kleine Störeinflüsse eine Rolle, die das Messergebnis mal etwas zu hoch, dann wieder etwas zu niedrig ausfallen lassen. Solche unsystematischen Störungen lassen sich mit Hilfe der mathematischen Statistik vergleichsweise einfach beschreiben, insbesondere gilt: Wird dieselbe Art von Messung mehrmals ausgeführt, dann lässt sich aus den Einzelmessungen sowohl eine Abschätzung für den gesuchten wahren Wert der Größe ableiten ("Mittelwert") wie auch ein Maße für die Genauigkeit des Messung ("Standardfehler", oft "Messungenauigkeit", "Messgenauigkeit" oder "Messfehler" genannt).
Wird das Ergebnis einer Messung veröffentlicht, wird sowohl die Abschätzung für den Mittelwert wie auch die Abschätzung für den Messfehler angegeben. Typischerweise steht dort ein Ausdruck wie
- in Worten: Aus dieser Messung ergibt sich als beste Abschätzung für &gamma der Wert 0,99983 und für die Messgenauigkeit der Wert 0,00045. Eine Alternativschreibweise für dasselbe Ergebnis ist &gamma=0,99983(45),
wobei die Ziffern in Klammern (hier: 4,5) die Ungenauigkeit der letzten angegebenen Ziffern des Messwertes (hier: 8,3) nennen.
Die Messgenauigkeit ist ein Maß für die zu erwartende Abweichung des gemessenen vom wirklichen Wert.
Ihre genaue Definition kann von Veröffentlichung zu Veröffentlichung variieren. Weit verbreitet ist eine Konvention ("zwei Sigma"), in welcher der angegebene Messfehler die folgende Bedeutung hat: Betrachten wir einen Messprozess, der als Mittelwert für die gemessene Größe den Wert X und als Messfehler den Wert Y ergibt. Dann liegt der wahre Wert der gemessenen Größe mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 95,5 Prozent zwischen X-Y und X+Y. In anderen Konventionen kann die Wahrscheinlichkeit eine andere sein, z.B. nur rund 68 Prozent ("ein Sigma"; dann liegt der wahre Wert mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,5 Prozent im größeren Intervall zwischen X-2Y und X+2Y). Oft werden auch die Abschätzungen von systematischen Messfehlern miteingerechnet (solche Messfehler äußern sich nicht in zufälligen Schwankungen um den tatsächlichen Wert, sondern in systematischen Abweichungen - z.B. darin, dass der gemessene Wert dazu tendiert, ein wenig größer zu sein als der tatsächliche Wert).
Meter
Der oder das Meter ist im internationalen Einheitensystem die Basiseinheit
der Länge. Seit 1983 nutzt die Definition dieser Längeneinheit
die mit der Speziellen Relativitätstheorie
erkannte Konstanz der Lichtgeschwindigkeit aus, und
die Definition erfolgt über die der Zeiteinheit
Sekunde: ein Meter ist die Länge, die
Licht im Vakuum in einer 299792458tel Sekunde zurücklegt.
MeV
Siehe Elektronenvolt.
Michelson-Morley-Experiment
Experiment, mit dem die Physiker Albert Abraham Michelson und Edward Morley im Jahre des 1887 untersuchten, ob die
Lichtgeschwindigkeit von der Richtung abhängt, in die sich das Licht ausbreitet. Solch eine Abweichung wäre zu erwarten, wenn sich Licht wie in einer Reihe vor-Einsteinscher Modelle in einem Wellenmedium ausbreitet, relativ zu dem sich die Erde in Bewegung befindet. Dass sich bei Experimenten
dieser Art keine Richtungsabhängigkeit zeigt, ist ein wichtiger Test der Grundannahmen der Speziellen Relativitätstheorie. Um noch sehr kleine Geschwindigkeitsänderungen nachweisen zu können, machten sich Michelson und Morley Interferenzphänomene des Lichts zunutze.
Mikro
"Mikro" ist die Vorsilbe für "ein Millionstel"; ein
Mikrometer beispielsweise ist daher
ein Millionstel Meter.
Mikrowellen
Elektromagnetische
Strahlung mit Wellenlängen zwischen einem Millimeter und dreißig Zentimetern, entsprechend Frequenzen zwischen einigen und einigen Hundert Milliarden Schwingungen pro Sekunde.
Die allermeisten Anteile der kosmischen Hintergrundstrahlung liegen in heutiger Zeit im Bereich der Mikrowellen.
Mikrowellenhintergrund, kosmische
Siehe Hintergrundstrahlung, kosmische
Milchstraße
Unsere Heimatgalaxie, eine Spiralgalaxie
mit einem Scheibendurchmesser von rund hunderttausend
Lichtjahren und einer Scheibendicke zwischen
drei- und sechstausend Lichtjahren,
die rund 100 Milliarden Sterne enthält.
Nähere Informationen zum supermassiven
Schwarzen Loch im Kern unserer Milchstraße bietet das
Vertiefungsthema Im Herzen der Milchstraße
Milli
"Milli" ist die Vorsilbe für "ein Tausendstel"; ein
Millimeter beispielsweise ist daher
ein Tausendstel Meter.
Minkowskiraum, Minkowskiraumzeit
Eine andere Bezeichnung für die Raumzeit der Speziellen Relativitätstheorie, benannt nach dem deutschen Mathematiker und Physiker Hermann Minkowski, der die Spezielle Relativitätstheorie erstmals so umformulierte, dass deutlich wurde, wie Raum und Zeit in Einsteins Theorie zu einem einheitlichen Gebilde verschmelzen, eben der Raumzeit.
Der Minkowskiraum ist außerdem die einfachste Lösung der Einsteingleichungen, mit anderen Worten: das einfachste Modelluniversum, das den Gesetzen der Allgemeinen Relativitätstheorie genügt - ein vollkommen leerer Kosmos, frei von jeglicher Materie und ohne jede Gravitation.
Modelluniversum
Wie überall in der Physik konstruiert man auch im Rahmen der
Allgemeinen Relativitätstheorie vereinfachte Modelle, um bestimmte Ausschnitte der wirklichen Welt beschreiben zu können. Da Einsteins Theorie allerdings zwangsläufig den Raum als Ganzes erfasst, sind solche Modelle automatisch ganze Universen. Teilbereiche dieser Modelluniversen lassen sich dann mit Bereichen unseres eigenen Universums vergleichen. Um ein kugelsymmetrisches Schwarzes Loch zu beschreiben, kann man beispielsweise ein Modelluniversum betrachten, das bis auf ein einziges Schwarzes Loch völlig leer ist. Die Physik in der Nähe dieses Schwarzen Loches lässt sich dann auf begrenzte Regionen unseres Universums übertragen, die ebenfalls Schwarze Löcher enthalten.
Molekül
Gebilde aus zwei oder mehreren Atomen, die durch
elektromagnetische Kräfte aneinander gebunden sind.
Mößbauer-Spektroskopie
Verfahren, um die Wellenlänge der von einer bestimmten
Atomkernsorte ausgesandten Gammastrahlung mit hoher Genauigkeit zu messen. Das Verfahren macht sich den so genannten Mößbauer-Effekt zunutze und verwendet bei der Messung zudem den Dopplereffekt. Im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie ist es von Interesse, da sich so die von der Theorie vorhergesagte Gravitations-Rotverschiebung, eine direkte Konsequenz der gravitativen Zeitdehnung, experimentell nachweisen lässt.
Mond
Ein natürlicher Himmelskörper, der einen Planeten (oder anderen größeren Himmelskörper) umkreist.
Speziell Erdmond: Der Himmelskörper, der unsere Erde umkreist. Durch genaue Vermessung der Mondbahn lassen sich relativistische Effekte wie die von der Allgemeinen Relativitätstheorie vorhergesagte geodätische Präzession nachweisen.
M-Theorie
Ergebnisse der Stringtheorie legen nahe, dass die grundlegende physikalische Theorie unserer Welt eine Theorie von ausgedehnten Gebilden (Branen) sein könnte, die in einer
Raumzeit mit elf Dimensionen definiert sind. Von dieser Theorie kennen die Physiker bislang allerdings nur eine Facetten. Einen Namen hat sie allerdings bereits bekommen, eben M-Theorie.
Myon
Eine Sorte von Elementarteilchen. Ein Myon trägt die gleiche
elektrische Ladung wie ein Elektron, besitzt aber eine rund 207 mal größere Masse. Elektronen und Myonen haben beide die Eigenschaft, dass sie nicht vermittels der starken Kraft wechselwirken; beide Teilchensorten gehören damit zu den so genannten Leptonen.
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