TAI (Internationale Atomzeit)
Realisierung der Zeit(koordinate), die Zeitintervalle mit Bezug auf eine ideale Uhr auf der Erdoberfläche (genauer: auf dem Geoid) definiert, mit Hilfe von über 200 über den ganzen Globus verteilten Atomuhren. Koordiniert wird die TAI vom BIPM (Bureau International des Poids et Mesures; auf ihr basiert auch die Weltzeit UTC (Coordinated Universal Time). Weitere Informationen bietet das Vertiefungsthema Wie Zeit gemacht wird.
Teilchenbeschleuniger
Die wichtigste experimentelle Methode der
Elementarteilchenphysik besteht
darin, elektrisch geladene Teilchen
mit Hilfe elektrischer
Kräfte zu beschleunigen, miteinander kollidieren zu lassen
und aus dem Ergebnis der Kollision Rückschlüsse auf
die Eigenschaften der Teilchen und ihrer Wechselwirkungen zu ziehen.
Um das Verhalten von Teilchen im Beschleuniger zu berechnen - entscheidende Voraussetzung dafür, solche Maschinen zu planen und zu betreiben -, ist die aus der Speziellen Relativitätstheorie abgeleitete relativistische Mechanik unabdingbar. Im Zusammenhang mit der Allgmeinen Relativitätstheorie, genauer: in einigen auf den Ideen der Stringtheorie basierenden Modellen, besteht die Möglichkeit, dass in Teilchenbeschleunigern wie dem LHC winzige Schwarze Löcher erzeugt werden könnten (weitere Informationen bietet das Vertiefungsthema Schwarze Löcher in Teilchenbeschleunigern?).
Teilchenphysik
Siehe Elementarteilchenphysik
Temperatur
In Systemen mit vielen Teilchen, seien es Festkörper, Flüssigkeiten
oder Gase, befinden sich die Bestandteile immer
in ungeordneter Bewegung gegeneinander - sei es, dass die Atome eines
Kristalls ein wenig schwingen oder die Gasmoleküle wild
durcheinanderlaufen und miteinander zusammenstoßen. Die mittlere
Energie, die auf jede Bewegungsmöglichkeit entfällt, ist
dabei dieselbe, und diese mittlere Energie wird als Temperatur
bezeichnet. Je höher die mittlere Energie, desto höher die Temperatur - ein heißer Festkörper ist beispielsweise einer, in dem die Atome wesentlich heftiger schwingen als in einem kalten.
Auch bestimmten Gemischen elektromagnetischer Strahlung lässt sich eine Temperatur zuweisen (Strahlungstemperatur), der Wärmestrahlung nämlich, deren Eigenschaften nur durch einen einzigen Parameter bestimmt werden, eben die Temperatur.
In der Physik (und im internationalen Einheitensystem SI) wird die Temperatur in
Kelvin gemessen, im Alltag in
Celsius oder, etwa in den USA, in
Fahrenheit .
Temps international atomique (TAI)
Siehe TAI (Internationale Atomzeit
Teraelektronenvolt
Siehe Elektronenvolt.
Testkörper, Testteilchen
Im Zusammenhang mit der Gravitation:
Körper, dessen Masse
so gering ist, dass man ihn verwenden kann, um das Gravitationsfeld anderer Körper auszuloten, ohne, dass sein eigenes Gravitationsfeld die Situation dabei
merklich verändern oder stören würde.
Analog dazu beispielsweise für den Elektromagnetismus: Kleiner, geladener Körper mit so geringer Ladung, dass man ihn verwenden kann,
die elektromagnetischen Einflüsse anderer Körper zu erkunden, ohne dass seine Anwesenheit die Situation merklich verändern oder stören würde.
TeV
Siehe Elektronenvolt.
thermische Strahlung
Siehe Wärmestrahlung.
thermisches/thermodynamisches Gleichgewicht
Siehe Gleichgewicht, thermodynamisches.
träge Masse
Eine Definition von Masse ist als Maß dafür, wie sehr sich Körper Bewegungsänderungen widersetzen (so ist beispielsweise eine Maus durch äußere Einflüsse deutlich leichter in Bewegung zu versetzen als ein Elefant) - ein Maß für die Trägheit von Körpern. Wo es darauf ankommt, dass diese Massendefinition gemeint ist, aber z.B. nicht die der Masse als Gravitationsladung ("schwere Masse"), spechen die Physiker explizit von "träger Masse".
Weitere Informationen bietet das Vertiefungsthema Träge und schwere Masse.
Trägerteilchen
Im Rahmen der relativistischen
Quantentheorien wirken Kräfte durch die Übertragung
so genannter Trägerteilchen. Die
elektrische Kraft
zwischen zwei Elektronen
beispielsweise kommt zustande, weil zwischen den Elektronen laufend
Photonen hin- und herlaufen, die
Trägerteilchen der elektromagnetischen
Kraft. Trägerteilchen haben ganzzahligen
Spin,
etwa Spin 0,1 oder 2. Synonym: Kraftteilchen, Botenteilchen.
Trägheit
Siehe träge Masse.
Trägheitsgesetz
Grundgesetz der Mechanik, gilt in der klassischen Mechanik ebenso wie in der
Speziellen Relativitätstheorie: Körper, auf die keine äußeren Kräfte wirken, bewegen sich mit konstanter Geschwindigkeit auf geraden Bahnen. In der geometrischen Sprache der Speziellen Relativitätstheorie lässt sich das umformulieren zu: Körper, auf die keine äußeren Kräfte wirken, bewegen sich auf Raumzeitgeraden.
Strenggenommen gilt dieses Gesetz nur in bestimmten Bezugssystemen. Man kann es daher etwas allgemeiner formulieren als: Es ist immer möglich, ein Bezugssystem zu finden, in dem sich Körper, auf die keine äußeren Kräfte wirken, mit konstanter Geschwindigkeit auf geraden Bahnen bewegen. Solche Bezugssysteme heißen
Inertialsysteme.
In der Allgemeinen Relativitätstheorie gilt das Trägheitsgesetz in leicht abgewandelter Form. Körper, auf die keine äußeren Kräfte wirken, bewegen sich dort im allgemeinen nicht mehr auf Raumzeitgeraden, aber auf den geradestmöglichen Raumzeitlinien, so genannten Geodäten.
Tritium
Tritium ist die Bezeichnung für "überschweren Wasserstoff", nämlich für Wasserstoff, bei dem die Atomkerne zusätzlich zu dem für Wasserstoff charakteristischen einzelnen Proton noch zwei Neutron enthalten.
Im Rahmen der Allgemeinen Relativitätstheorie ist Tritium vor allem von Interesse, da es bei der Entstehung der leichten Elemente im frühen Universum (primordiale Nukleosynthese) eine wichtige Rolle spielt.
Tunneleffekt, tunneln
Ein Phänomen aus der Quantentheorie, das man sich wie folgt veranschaulichen kann. Man stelle sich einen Ball vor, der auf einen Hügel zurollt:
Solange wir Quanteneffekte außen vor lassen (mit anderen Worten, in der klassischen Physik), hängt allein von der Energie des Balles ab, was passiert: Wenn sich der Ball schnell genug bewegt (mit anderen Worten, genügend viel Energie besitzt) wird er den Hügel hochrollen, am Gipfel B vorbei und auf der anderen Seite nach unten. Hat der Ball zu wenig Energie, wird er nicht den Gipfel erreichen, sondern lediglich eine bestimmte Maximalhöhe; anschliessend wird er zurückrollen in die Richtung, aus der er kam.
Geht es nicht um einen Ball, sondern um ein Quantenteilchen, gibt es noch eine weitere Möglichkeit. Selbst ein Teilchen, das nur genügend Energie besitzt, um zur Höhe A zu gelangen, aber nicht, um zum Gipfel B zu kommen, kann auf der rechten Seite des Hügels am Punkt C auftauchen und von dort weiterrollen. Solch ein Übergang heißt tunneln - es ist, als hätte das Teilchen einen geheimen Tunnel durchlaufen, um direkt von A nach C zu gelangen, ohne über die verbotene Gipfelregion B reisen zu müssen.
Allgemeiner haben wir es immer dann mit dem Tunneleffekt zu tun, wenn ein Quantensystem von einem Zustand A in einen Zustand C übergehen kann, das analogische klassische System dies allerdings nicht könnte, weil dabei ein unzugänglicher Zwischenzustand B durchlaufen werden müsste.
|