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Weltweit lauschen Forschergruppen derzeit nach den Gravitationswellen - und nutzen dazu zwei ganz unterschiedliche Techniken.
Die nachfolgende Weltkarte zeigt die Standorte der wichtigsten Detektorprojekte - und macht klar, dass die Suche nach Gravitationswellen tatsächlich ein weltweites Unterfangen ist:
Die aufwändigsten modernen Projekte auf der Suche nach den Gravitationswellen sind die interferometrischen Detektoren, die seit den 1980er Jahren entwickelt wurden. Nach langen
Jahren der Planung und des Baus existieren bislang folgende Projekte:
GEO600 hat eine Armlänge von 600 Metern und ist in der Nähe von Ruthe (Saarstedt)
südlich von Hannover gebaut worden. Er
wird vom Teilinstitut Hannover des Albert-Einstein-Instituts betreut und ist eine Kollaboration mit den Universitäten Glasgow, Cardiff, Birmingham und der Balearischen Inseln.
LIGO, eine
Abkürzung für Laser Interferometer Gravitational Wave Observatory (Laser-Interferometer Gravitationswellen-Observatorium) ist die Kollaboration mit den bislang größten Interferometern, die in den USA aufgebaut sind:
Je zwei Detektoren mit vier Kilometern Armlänge in Hanford im Bundesstaat Washington und in Livingston, Bundesstaat Louisiana; zusätzlich in Hanford ein weiteres Interferometer mit zwei Kilometer Armlänge.
VIRGO ist ein weiteres europäisches Projekt, eine Kollaboration zwischen französischen und italienischen Physikern, die in der Nähe von Pisa, Italien, einen Detektor mit drei Kilometer Armlänge gebaut haben. Er befindet sich zur Zeit im Testbetrieb.
TAMA 300
ist ein Prototyp mit 300 Metern Armlänge, der mitten in Tokio gebaut wurde.
Innerhalb der nächsten Jahre ist ein verbesserter unterirdischer
Detektor im Kamioka-Bergwerk geplant.
AIGO, das "Australian International Gravitational Observatory" ist das bislang einzige Projekt auf der Südhalbkugel der Erde. Im australischen Perth wird dort ein Interferometer-Prototyp mit 80 Metern Armlänge betrieben; ein größeres Interferometer ist in Planung.
Ohren in aller Welt? Mehr als das, wenn das folgende Projekt in die heiße Phase tritt:
LISA ist
ein gemeinsames Projekt der europäischen und amerikanischen Weltraumbehörden ESA und
NASA; federführend auf europäischer Seite ist das Albert-Einstein-Institut. Im
Zeitfenster 2013-2015 sollen drei Satelliten starten, die ein Dreieck
von 5 Mio. Kilometer Kantenlänge bilden sollen - ein gigantisches Weltraum-Interferometer, das nach Gravitationswellen suchen soll.
Die zweite Klasse von Detektoren sind die so genannten Resonanzdetektoren. Darin sollen die Graviationswellen einen Metallkörper zu Schwingungen
anregen, und diese Schwingungen sollen verstärkt und ausgelesen werden.
Derzeit gibt es vier Gruppen, die mit Metallzylindern mit Massen von rund einer Tonne nach Wellen suchen:
NAUTILUS
ist in Rom angesiedelt.
EXPLORER ist ein weiteres Experiment der Gruppe aus Rom; auf gebaut ist es allerdings im Teilchenforschungszentrum
CERN in Genf.
ALLEGRO, eine Abkürzung für "A Louisiana Low temperature Experiment and Gravitational wave Observatory", zu deutsch etwa: Ein Niedertemperatur-Experiment und Gravitationswellenobservatorium in Louisiana", angesiedelt dementsprechend an der Louisiana State University in den USA
AURIGA in Padua, Italien
NIOBE im australischen Perth.
Zylinder sind die klassische Form für Resonanzdetektoren - bereits Joseph Weber, in den 1960er Jahren der Pionier der Gravitationswellenforschung, hatte den ersten Resonanzdetektoren diese Form gegeben. Andere Gruppen experimentieren dagegen mit der in einiger Hinsicht günstigeren, aber technisch schwerer beherrschbaren Kugelform, nämlich
MiniGRAIL - GRAIL ist die Abkürzung für "Gravitational Radiation Antenna In Leiden", und dieser kugelförmige Detektor ist denn auch tatsächlich eine Gravitationsstrahlungs-Antenne im niederländischen Leiden
GRAVITON soll ein zweites Kugelexperiment werden, angesiedelt im brasilianischen Saõ José dos Campos, und befindet sich noch im Entwicklungsstadium.
[Carsten Aulbert und Badri Krishnan, AEI]
Die relativistischen Grundkonzepte, die diesem Vertiefungsthema zugrundeliegen,
werden in
Einstein
für Einsteiger erklärt, insbesondere im Kapitel
Gravitationswellen.
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Gravitationswellen.
Mehr über Gravitationswellendetektoren (auf dem Niveau der
gymnasialen Oberstufe)
bietet das Informationsblatt der Max-Planck-Gesellschaft
TECHMAX "Der Kosmos bebt - wie Forscher nach Gravitationswellen lauschen" (PDF-Datei, 317 kB)
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