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Über 400 Begriffe rund um die Relativitätstheorie und ihre Anwendungen, von "absolute Bewegung" bis "Zwillingsproblem" - auswählbar z.B. über diese Buchstabenliste:

 Spin

Grundlegende Quanteneigenschaft von Elementar- und zusammengesetzten Teilchen. Bei Elementarteilchen entscheidet der Spin, ob es sich um Materieteilchen (halbzahliger Spin von 1/2, 3/2, 5/2 etc.) oder um Kraftteilchen (ganzzahliger Spin von 0, 1, 2 etc.) handelt.

 Spinnetzwerke

In der Schleifen-Quantengravitation (einem Kandidaten für eine Theorie der Quantengravitation) liegt der mikroskopischen Struktur des Raums ein so genanntes Spinnetzwerk zugrunde - ein Graph, bestehend aus Linien und Knoten, wobei jede Linie mit einem halbzahligen Zahlenwert gekennzeichnet ist. Dieser Zahlenwert hängt mathematisch direkt mit dem so genannten Spin zusammen, einer grundlegenden Eigenschaft, die man Elementarteilchen zuordnen kann.

 Standardmodell der Elementarteilchenphysik

Die Grundlage unseres heutigen Verständnisses vom Aufbau der Materie. Beschreibt auf der Grundlage von Spezieller Relativitätstheorie und Quantentheorie das Verhalten von Materie-Elementarteilchen wie Elektronen, Neutrinos und Quarks sowie ihrer Antiteilchen, zwischen denen drei Quantenkräfte wirken: Elektromagnetismus, die Schwache Kernkraft und die Starke Kernkraft. Die Wirkung dieser Kräfte geschieht durch das Hin- und Hersenden von Kraftteilchen. Die Gravitation als vierte Grundkraft bleibt in dieser Beschreibung unberücksichtigt.

 Standardmodell der Kosmologie
Anderer Name für die Urknallmodelle.
 Starke Kernkraft

Neben elektromagnetischer Kraft, schwacher Kernkraft und Gravitation eine der vier Grundkräfte in unserem Universum. Verantwortlich für den Zusammenschluss von Quarks zu Protonen und Neutronen sowie, mittelbar, für deren Zusammenschluss zu Atomkernen.

 statistische Physik

Teil der Physik, der sich damit beschäftigt, wie sich die Eigenschaften von Systemen mit vielen Bestandteilen aus den Eigenschaften eben dieser Bestandteile ergeben. Zwei einfache Beispiele: vielen makroskopischen Körpern kann man eine Temperatur ordnen. Die statistische Physik zeigt, dass diese Gesamteigenschaft eines Körpers ein direktes Maß für die durchschnittliche Energie ist, mit der sich seine Bestandteile ungeordnet hin- und herbewegen. Auch für den Druck eines Gases liefert die statistische Physik eine mikroskopische Erklärung: er ergibt sich aus der Vielzahl von kleinen Stößen, mit der die wild durcheinanderfliegenden Moleküle des Gases immer wieder gegen die Behälterwände fliegen.

 Stefan-Boltzmann-Gesetz

Eines der Grundgesetze für die einfachste Form der Wärmestrahlung - der Strahlung eines Schwarzen Körpers: Die Gesamtmenge der pro Zeiteinheit abgestrahlten Energie eines solchen Körpers ist proportional zur vierten Potenz seiner Temperatur (in Kelvin).

 stellares Schwarzes Loch

Schwarze Löcher mit Massen zwischen einigen und einigen Dutzend Sonnenmassen, die etwa beim Kollaps massereicher Sterne entstehen.

Grundlegende Erklärungen zu Schwarzen Löchern bietet der Abschnitt Schwarze Löcher und Co. von Einstein für Einsteiger.

 Stern

Fällt im Weltall eine Wolke aus Staub und Gas in sich zusammen, kommt es unter günstigen Bedingungen zur Bildung eines Sterns, eines kosmischen Fusionsofens, in dessen Inneren Wasserstoff und andere Atomkerne miteinander verschmolzen werden. Die dabei freiwerdende Energie macht Sterne zu leistungsstarken Lichtquellen. Der uns nächste Stern ist die Sonne.

Ist der Kernbrennstoff verbraucht, kann ein Weisser Zwerg, ein Neutronenstern oder auch ein Schwarzes Loch entstehen.

 Stickstoff

Chemisches Element, bei dem der Atomkern sieben Protonen und üblicherweise sieben Neutronen enthält.

Stickstoffkerne entstehen im Inneren von Sternen, aber nicht bei der Bildung der leichten Elemente in der Frühzeit des Universums (primordiale Nukleosynthese). Sie sind daher ein wichtiger Indikator für Astronomen bei dem Versuch, die Elementhäufigkeiten im frühen Universum zu rekonstruieren. Weitere Informationen hierzu bietet das Vertiefungsthema Der Blick in die chemische Vergangenheit.

 Strahlung
Alle Phänomene, bei denen Energie in Form von Wellen oder Teilchen durch den Raum transportiert wird. Beispiel: elektromagnetische Strahlung.
 String

Ansatz für eine Theorie der Quantengravitation; eine Quantentheorie, in der die elementaren Bestandteile winzige, eindimensionale schwingende Saiten (englisch: Strings) sind.

Einen kurzen Überblick über Ideen der Stringtheorie bietet die Seite Strings und kosmische Harmonie im Kapitel Relativität und Quanten von Einstein für Einsteiger.

 Stundenkilometer

Im Alltag übliche Einheit der Geschwindigkeit. Synonym: Kilometer pro Stunde. Abkürzung: km/h.

Im Kontext des üblichen Physik-Sprachgebrauchs ist "Stundenkilometer" eine eher verwirrende Bezeichnung. Solche Genitivkonstruktionen sind zwar nicht ungewöhnlich (der "Stundenlohn" ist schließlich auch der "Lohn pro Stunde"). Aber wenn Physiker Einheitenwörter aneinanderhängen, ist damit generell ein Produkt von Einheiten gemeint. "Newtonmeter" beispielsweise ist die Krafteinheit Newton mal die Längeneinheit Meter, und in Physikerohren klingt Stundenkilometer nicht wie der Genitiv "Kilometer der (d.h. pro) Stunde" sondern wie ein unsinniges "Kilometer mal Stunde".

 Supergravitation

Klasse von Modellen, die die Allgemeine Relativitätstheorie so erweitern, dass das Endprodukt den Erfordernissen der Supersymmetrie genügt.

Heutzutage insbesondere im Zusammenhang mit der Stringtheorie interessant: Im Grenzfall niedriger Energien (unter anderem alle Energien, die sich mit irdischen Teilchenbeschleunigern erreichen lassen) gehen die Stringtheorien näherungsweise in bestimmte Supergravitationsmodelle über.

 Supermassive Schwarze Löcher

sind Schwarze Löcher mit Massen von mehr als einer Million Sonnenmassen. "Supermassereich" ist zwar weniger verbreitet, aber sprachlich angemessener als das aus dem Englischen eingedeutschte "supermassiv", geht es doch um die große Masse, nicht um den inneren Aufbau oder die Wucht der betreffenden Objekte.

Nach heutigen Erkenntnissen ist in der Zentralregion fast aller Galaxien ein supermassives Schwarzes Loch zu finden. Solche zentralen Schwarzen Löcher sind die Energiequelle für Radiogalaxien und andere aktiven Galaxienkerne.

Grundlegende Erklärungen zu Schwarzen Löchern bietet der Abschnitt Schwarze Löcher und Co. von Einstein für Einsteiger.

 Supernova

Gewaltige Sternexplosion am Lebensende von Sternen, deren Masse mehr als rund zehn Sonnenmassen beträgt. Die äußeren Sternregionen werden dabei unter gewaltigem Energieausstoß ins All hinausgeschleudert; der Kern kollabiert zu einem Neutronenstern oder sogar zu einem Schwarzen Loch.

 Superstringtheorie

Synonym: Supersymmetrische Stringtheorie. Stringtheorie, die die Erfordernisse der Superymmetrie berücksichtigt. Alle Modelle der Stringtheorie, die als realistische Kandidaten für eine Theorie der Quantengravitation infrage kommen, sind Superstringtheorien.

 Supersymmetrie

Abstrakte Symmetrie mancher Modelle der Elementarteilchenphysik: In solchen Modellen gibt es für jede Sorte von Teilchen eine Partnersorte von Teilchen derselben Masse. Handelt es sich bei einer Teilchensorte um Materieteilchen (Fermionen) sind die Teilchen der Partnersorte Kraftteilchen (Bosonen) und umgekehrt.

 Symmetrie

Eine Situation besitzt eine Symmetrie, wenn bestimmte Änderungen keinerlei Unterschied bewirken. Beispiel: Ein spiegelsymmetrisches Bild bietet den gleichen Anblick, nachdem man es an seiner Mittelachse gespiegelt hat. Eine perfekte Kugel bietet immer noch den gleichen Anblick, wenn man sie um eine beliebige, durch ihren Mittelpunkt gehende Achse gedreht hat (Kugelsymmetrie).

Die Elementarteilchenphysik kennt zusätzlich noch schwerer vorstellbare, abstraktere Symmetrien wie die Supersymmetrie.

 Synchrotron

Ein Teilchenbeschleuniger, in dem Elementarteilchen in aufeinanderfolgenden Umläfen durch elektrische Felder immer weiter beschleunigt werden, während immer stärkere Magnetfelder sie auf ihrer Bahn halten. (Dass mit größerer Geschwindigkeit immer stärkere Magnetfelder benötigt werden, ist eine direkte Folge der relativistischen Massenzunahme.)

 Synchrotronstrahlung

Elektromagnetische Strahlung, die entsteht, wenn elektrisch geladene Teilchen (beispielsweise Elektronen) in Teilchenbeschleunigern auf Kreisbahnen oder andere Kurvenbahnen gezwungen werden. Auch wenn Teilchen in astrophysikalischen Situationen in vergleichbarer Weise beschleunigt werden, spricht man von Synchrotronstrahlung.

Effekte der Speziellen Relativitätstheorie sorgen dafür, dass Synchrotronstrahlung stark gebündelt und sehr intensiv ist. Diese Eigenschaften sowie der Umstand, dass es sehr einfach ist, auf diese Weise Strahlung mit klar definierter Frequenz zu erzeugen, machen die Synchrotronstrahlung zu einem höchst nützlichen Forschungswerkzeug mit einer Vielfalt von Anwendungen von Physik über Materialforschung bis hin zu Biologie und Medizin.

War die Synchrotronstrahlung ursprünglich ein (störendes!) Nebenprodukt an Teilchenbeschleunigern, die zur Erforschung der Eigenschaften von Elementarteilchen dienten, gibt es heute eine Vielzahl von Laboratorien, in denen Synchrotronstrahlung gezielt eingesetzt werden. Ein solcher Beschleuniger ist auf der Seite E=mc2 im Kapitel Spezielle Relativitätstheorie von Einstein für Einsteiger abgebildet, nämlich der VUV-Ring des Brookhaven National Laboratory; die folgenden Links führen zu den Webseiten des Labors und weiterer Synchrotronstrahlungs-Forschungsstätten:

Hamburger Synchrotronstrahlungslabor (HASYLAB)
Berliner Elektronenspeicherring-Gesellschaft für Synchrotronstrahlung mbH (BESSY)
National Synchrotron Light Source am Brookhaven National Laboratory

 Syracuse University

Forschungsuniversität (ca. 20.000 Studenten) im US-Bundesstaat New York. Forschungsgebiete des Fachbereichs Physik unter anderem klassische und Quantengravitation, Kosmologie und Gravitationswellen.

Teilchen- und Gravitationsphysikgruppe an der Syracuse University
Gravitationswellen-Forschungsgruppe an der Syracuse University

 Système International d'Unités
Siehe SI (Système International d'Unités, Internationales Einheitensystem)