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Einstein kompakt

Einstein für Eilige: Dieser Abschnitt führt Bücher auf, die eine allgemeinverständliche, kompakte Einführung in Einsteins Relativitätstheorie (manchmal auch gleichzeitig in sein Leben und sonstiges Wirken) geben sollen. Er ergänzt damit die Einstein-Online-Seite, die allgemeinverständlichen Büchern über die Relativitätstheorie gewidmet ist.

Bührke, Thomas: E=mc2. Einführung in die Relativitätstheorie

dtv, München 1999 134 Seiten,
11 Abbildungen

Eine Einführung nach klassischem Muster: Mit etwas Biographie gewürzt lässt Bührke die vor-relativistischen Ideen, die Spezielle und die Allgemeine Relativitätstheorie Revue passieren. Alle wichtigen Stationen werden erwähnt, vom Michelson-Morley-Experiment über die Gleichzeitigkeit zum Zwillingsparadoxon bei der Speziellen, von Periheldrehung und Uratom, Schwarzen Löchern und Gravitationslinsen bei der Allgemeinen Relativitätstheorie. Ein Kapitel "Relativitätstheorie im Alltag" zu Kernkraft und dem Satelliten-Navigationssystem GPS schließt das Buch ab. Insgesamt ist die Darstellung solide - wer eine kompakte Einführung in die Grundlagen und wichtigsten Anwendungen der Relativitätstheorie sucht, ist mit diesem Buch gut bedient. Leider enthält das Buch aber auch einige (wenige!) kleinere Ungenauigkeiten. So sind die Rolle, die E=mc2 bei der Atombombe spielt und die Leistungsfähigkeit des Michelson-Interferometers recht mißverständlich wiedergegeben, und beim Schwarzen Loch werden schon einmal Ereignishorizont und Photonenradius durcheinandergebracht. Als Einführung nichtsdestotrotz sehr empfehlenswert.

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Kornelius, Martin: Einstein light

dtv, München 2005
125 Seiten, 8 Abbildungen

Eine Einführung mit ungewöhnlichem Aufbau: Zunächst werden in bunter Folge die Effekte beider Relativitätstheorien eingeführt. Das erste Kapitel ist der Zeit gewidmet, von langsamer gehenden Uhren bis zu GPS und Schwarzen Löchern, das zweite astrophysikalischen Phänomenen wie Gravitationslinsen, Periheldrehung, aber auch Shapiro-Effekt und dem Pulsar PSR1913+16 (und damit den Gravitationswellen). Erst das dritte Kapitel liefert einen Eindruck vom theoretischen Rahmen - hier geht es um da Äquivalenzprinzips und Einsteins geometrische Deutung der Gravitation. Die Qualität der Darstellung ist im ganzen gut, aber leider ein wenig unregelmäßig. Der deutlich überwiegende Teil der Erklärungen ist solide, auch in der Vereinfachung elegant und leicht verständlich formuliert. Sehr schön wie Kornelius beispielsweise im letzten Teil mit einem einfachen Krümmungsmodell (einem Kegelausschnitt) geometrische Effekte wie Lichtablenkung, Periheldrehung und auch geodätische Präzession verdeutlicht - hier ist die Darstellung ebenso gut verständlich wie sorgfältig. Auch an einer Reihe von anderen Stellen formuliert Kornelius deutlich sorgsamer als andere populärwissenschaftliche Darstellungen, etwa wenn es um den Zusammenhang von Zeitverlangsamung und Newtonscher Gravitation geht. Andere Stellen machen dagegen stutzig. Wer so ausführlich über Zeiteffekte schreibt wie Kornelius sollte zumindest auch die entsprechenden Grunderkenntnisse Einsteins erklären, dass es eben nicht "die Zeit" gibt, sondern dass Konventionen und aktive Zeitvergleiche via Lichtsignal eine zentrale Rolle spielen. Und eine verkürzte Umformulierung des Äquivalenzprinzips zu "Jedes Experiment läuft an jedem Ort des Universums gleich ab" dürfte den meisten Lesern einen eher missverständlichen Eindruck davon geben, wobei es bei diesem Grundprinzip geht. Unter dem Strich kommt aber trotz solcher vereinzelten Kritikpunkte eine schöne und lesbare Einführung in die Einsteinschen Relativitätstheorien heraus.

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Kiefer, Claus: Gravitation

Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2003
128 Seiten, 38 Abbildungen

Einstein für eilige Fortgeschrittene: In diesem Buch der Reihe "fischer kompakt" gibt Kiefer, selbst aktiv in der Forschung zur Relativitätstheorie, einen Überblick über die Gravitation, von Newton über Einsteins Allgemeine Relativitätstheorie bis hin zu astrophysikalischen Anwendungen. Wie bei dieser Reihe üblich folgen dabei auf einen Grundriss-Teil eine Reihe von Vertiefungen - hier werden etwa das Machsche Prinzip und globale Geometrie besprochen. Insgesamt eine gute Darstellung, die freilich durch ihre Kompaktheit, die Verwendung von Formeln und einiges an vorausgesetztem Vorwissen weniger für Einsteiger denn für Leser geeignet ist, die sich bereits mit den behandelten Themen beschäftigt haben und nun entweder eine kurzgefasste Auffrischung oder eine systematische Zusammenfassung suchen. Fachlich ist der Text einwandfrei, wie bei einem solch hochkarätigen Autor zu erwarten; ein kleiner Wermutstropfen ist allerdings, dass die Abbildungen nicht mit der gleichen Sorgfalt umgesetzt wurden.

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Fischer, Ernst Peter: Einstein für die Westentasche

Piper, München 2005
124 Seiten, 29 Abbildungen

Rechtzeitig zum Einstein-Jahr die kompakteste der Kompaktdarstellungen von Einsteins Leben und Werk von einem der derzeit aktivsten Wissenschaftspublizisten, dem Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer. Leider führt die Kompaktheit, gepaart mit dem Umstand, dass es nicht nur um Physik, sondern auch um Einstein als privaten, politischen und philosophischen Menschen geht - mit Kurzkapiteln wie "Frauen", "Scheidungsbedingungen" und "Schulnoten" - dazu, dass für die Relativitätstheorie nur sehr wenig Platz übrig bleibt, der dementsprechend nur oberflächliche Schilderungen zulässt. Zum Teil dürfte der Leser dabei auch eher falsche Vorstellungen von Einsteins Ideen bekommen - etwa wenn im Kapitel "Gleichzeitigkeit" zwar betont wird, jetzt hinge die gemessene Zeit "vom Ort" ab, während die Relativbewegung als eigentliche Ursache der Relativität der Gleichzeitigkeit im Hintergrund bleibt. In punkto Relativität ist Fischers Buch daher eher unergiebig; zu empfehlen ist es Lesern, die sich einen schnellen Überblick über alle Aspekte des Phänomens Einstein verschaffen wollen.